Archiv für den Monat: Juli 2013

Glenfiddich 12 Jahre Tasting – Leckerchen für Zwischendurch

Eine große, kräftige, grüne Flasche mit einem mächtigen Hirsch auf dem Label, jeder der einmal in einem Supermarkt war, hat einen Glenfiddich 12 Jahre schon einmal gesehen. Dieser Single Malt Whisky ist der meistverkaufte Single Malt der Welt und ist so weit verbreitet, dass er für viele Whiskyinteressierte der erste Kontaktpunkt mit Malt Whisky ist.

Mein erster Glenfiddich

Meinen ersten Whisky habe ich mir in einem Duty Free Markt in Tschechien gekauft und es war eine 1 Liter Flasche Glenfiddich 12 jahre. Warum ich zu ihm gegriffen ahbe? Es war tatsächlich der einzige, den ich kannte und was ich kenne, dem vertraue ich eher, zumindest mit grade 18/19 war das so, zudem war der Whisky auch noch sehr günstig.

In einem anderen Beitraghabe ich geschrieben, dass Laphroaig mich mit Whisky zusammengebracht hat, denn dieser Glenfiddich hat mir damals einfach nicht gut eschmeckt. Ich mochte Pils, süße Mixgetränke und sonst eigentlich nichts alkoholisches. Ich hatte immer eine Anmutung an Benzin in der Nase. Man sollte also meinen, das ich von Whisky und von Glenfiddich in Zukunft die Finger lassen würde. Für einige jahre tat ich das auch und als ich wieder begann mich für Whiskys zu interessieren, war er nicht meine erste Wahl.

Glenfiddich 12 Jahre wiederentdeckt

Mit einem Video auf YouTube zum Glenfiddich 12 habe ich mich wieder für diesen Malt interessiert, ein Standard, sozusagen ein „Benchmark-Malt“. Ich erhielt ihn dann als schönes Geburtstagsgeschenk und konnte mich neu und weniger befangen an ihn heranwagen.

Die Verkostung des Benchmark-Malts

Aufder Flasche  erfährt man, dass Glenfiddich in Oloroso Sherryfässern und in Bourbonfässern reifen lässt, eine für einen so günstigen Whisky interessante Tatsache, Sherryfässer sind circa 10 mal so teuer, wie ein Bourbonfass. Mandarf davonausgehen, dass der Großteil der Fässer eher Bourbonfässer sind, aber schon  ein kleiner Anteil Sherry kann tolle Ergebnisse erzielen, wie man auch beim Balvenie Double Wood erkennt.

Im Glas ist der Glenfiddich honiggelb bis golden, leider ist er auch mit E150 gefärbt, zur einheitlichen Farbgebung heißt es auf der Flasche. Dies ist bei diesen großen Auflagen verständlich, es handelt sich immerhin  um  den meistverkauften Single Malt der Welt.

Die Nase lässt ganz leichte Sherrynoten im Hintergrund vernehmen, es ist aber vordergründig ein sehr süßer Malt, Honig und Birnen sind die ersten Assoziationen die ich hatte. Ich finde, dass Glenfiddich auch im Geruch eine leichte Alkoholnote hat, ich empfinde sie nicht als unangenehm, man merkt aber leichte Schärfe in der Nase. Er wird mit der Zeit weicher, oder die Nase gewöhnt sich an die alkoholischen Aromen. Eine Note von jungen grünen Äpfeln bringt sich in den Vordergrund und übernimmt die Birnen vom Anfang. Wirklich angenehm, aber sicher nicht überkomplex.

Der Antritt der Whiskys ist von süßen Noten bestimmt, einige blumigen Aromen steigen über den Rachen in die Nase, insgesamtfüllt der Whisky den Mund vor allem über eine verspürte Verdunstung der Aromen aus. Es ist weniger so, dass der Whisky selbst meinen Mund ausfüllt, es ist eher der  Duft. Es wird später sauer, wie der Apfel, den ich später in der Nase hatte. Im Rachen wird der Whisky kurz warm und hinterlässt nur kurz eine Honignote.

Insgesamt ist der Malt nicht sehr  komplex, aber das suche ich auch nicht in einem Whisky, der wirklich was nettes, leichtes und schmackhaftes für Zwischendurch ist. Ich mag ihn  und werde ihn gerne in meiner Bar behalten, er ist auch toll um ihn Freunden anzubieten, die nur wenig Erfahrung haben.