Alle Artikel von Fabian Piotrowski

Talisker Distiller’s Edition – Amoroso Cask für Genießer

Der November ist bereits mehr als  zur Hälfte rum, die Blätter sind braun, rot und gelb und meist auch auf dem Boden – Endlich Zeit für rauchigen, kräftigen Whisky mit dem gewissen Extra! Von der Isle of Skye kommt da genau das Richtige, die Talisker Distiller’s Edition. Talisker ist ein Single Malt Whisky, der eine gewisse Pfeffernote mit sich bringt, die ganz typisch für diese Brennerei ist, man spricht hier auch vom „Chili Catch“.

Verpackung und Nosing Glas mit Talisker Distiller's Edition 2012

Talisker Distiller’sEdition

Amoroso Cask finished – Das gewisse Extra zum Chili Whisky

Talisker ist ein durchaus beliebter Whisky, was die vielen speziellen Abfüllungen der letzten Monate zeigen (Port Ruighe, Dark Storm, 57°North und der Storm). Die Distiller’s Edition der Classic Malts of Scotland Serie haben die Lagerung in speziellen Fässern gemeinsam, beim Talisker Distiller’s  Edition ist dies ein ehemaliges Amoroso Sherry Fass. Amoroso Sherry hat eine ausnehmend dunkle Farbe und ist recht fruchtig nussig, ein bisschen wie guter Tawny Port.

Schaut man sich den Talisker Distiller’s Edition genauer an, zeigt sich eine rötliche Färbung, die der normale 10-jährige nicht aufweist,  da er eher in Bourbonfässern lagert. Ein durchgehend im Sherryfass gelagerter Whisky wie ein Glendronach ist aber deutlich dunkler. Die Nachlagerung in den Sherryfässern dauert beim Talisker nur einige Monate, leider findet sich keine genauere Angabe, nur das Jahr der Destillation und der Abfüllung sind vermerkt, meiner wurde 2001 gebrannt und 2012 abgefüllt, ist also maximal ein  Jahr älter als der 10 jährige Talisker, was die Nachlagerung für knapp ein Jahr vermuten lässt.

Torf, Sherry, Chili und Meer – die Nase

Hat man sich vom Anblick der Farbe losgerissen  und die Tube mit dem wunderbaren Meerespanorama zur  Seite gestellt, stürmt als erstes eine rauchige Note auf den geneigten Genießer ein, Salz kommt hinterher und eine Mischung aus Süße und einer leichten alkoholischen Note. Diese Note hat dieser Talisker den 45,8 % alc. Vol. zu verdanken, so zumindest mein Eindruck.

Talisker erinnert mich immer ans Meer, weniger die ganz raue, von Gischt durchsetzte Nordseeluft an einem stürmischen Tag, damit habe ich schon Laphroaig besetzt, sondern die Luft nach einem sonnigen Tag  am Atlantik, salzig, aber sonnendurchströmt, ein Glas Wein in der Nähe. Hier ist dieser Eindruck von Wein, durch den Sherry stark, die Seeluft geht etwas zurück, es ist warm und angenehm, nicht so rau wie der normale Talisker.

Beim ersten Schluck war ich überrascht,  Schokolade, Chili und Gewürz kommen durch  den noch immer merkbaren Rauch,  der Whisky rinnt warm die Kehle hinunter und lässt dabei eine Schärfe auf der Zunge zurück, die ich nicht dem Alkohol zuschreibe, sondern dieser Chilinote, die Talisker so  besonders  macht. Neben dieser toll eingebundenen Schärfe sorgt eine Süße dafür, dass einem das Wasser buchstäblich  im Munde zusammenläuft. Während man den Single Malt ein wenig im  Mund lässt, wird der Rauch stärker und  schwächer, während  die Schärfe immer gleich bleibt. Ein herrliches Gefühl!

Mein Fazit zum Talisker Distiller’s Edition

Ich habe die Flasche erst vor einigen Wochen erworben und mit Hilfe einiger Freunde hat sich der Inhalt verflüchtigt. Ich habe selten einen so gut ausbalancierten und komplexen Single Malt Whisky wie den Talisker Distiller’s Edition genossen. Er ist kräftig, ohne brutal zu sein, rauchig, ohne eindimensional zu wirken und so komplex, dass meine Beschreibung  noch genug Platz  für jeden Eindruck lässt, den ein Genießer haben wird.

Was denkst du über den Talisker Distiller’s Edition?  Schreib mir doch im Kommentarfeld!

Facts & Zahlen

Alter: 2001 bis 2012

Alkoholgehalt: 45,8 alc. Vol.

Fasstyp: Ex-Bourbon und Ex-Amoroso

Herkunft: Isle of Skye (Region Islands)

Preis: Circa 50 € (November 2013)

 

 

 

Eddu Greyrock bretonischer Whisky – Buchweizen statt Malz?

So, nach einer langen Sommerpause melde ich mich in meinem Blog mit dem Eddu Greyrock zurück. Der Eddu Whisky ist eine von zwei Eroberungen, die ich mir aus der Bretagne mitgebracht habe.

Die Bretagne ist, mal davon abgesehe, dass sie wunderschön ist und man dort großartigen Urlaub machen kann, ein Landstrich im Nordwesten Frankreichs, der lange Zeit eine keltische Bevölkerung hatte. Die bretonische Sprache ist dem Gälischen somit näher als dem Französischen. Seit einigen Jahren haben die Bretonen auch andere „keltische“ Traditionen für sich wiederentdeckt und produzieren Whisky in einer ganz beachtlichen Bandbreite.

Das Klima der Bretagne ist üblicherweise recht mild, mit eher feuchten und nicht sehr warmen Sommern und nicht zu kalten Wintern (ich hatte zum Glück einen warmen Sommer erwischt  😉 ) und man kann behaupten, dass sich das Klima dazu eignet Whisky zu produzieren und vor allem zu lagern.

Bretonischer Buchweizen Whisky von Eddu

Den ersten Whisky, den ich euch vorstellen möchte, habe ich tatsächlich rein auf Verdacht gekauft und weil ich neugierig war. Es handelt sich um den Eddu Grey Rock. Der Hersteller schreibt, dass es sich um einen „Special Blend a base de whisky de Bretagne au Blé Noir“ handelt. Damit ist es kein Single Malt, trotzdem Whisky, also in einem Fass gelagert und es ist etwas anderes enthalten als Gerste. Eddu bedeutet auf Bretonisch Buchweizen- ein erster Hinweis für jeden echten Bretonen unter uns!

Bretonischer Whisky Eddu Greyrock in der Flasche und im Glas
Eddu Greyrock

„Blé Noir“ bedeutet im Französischen Buchweizen, Buchweizen hat mit dem normalen Weizen nicht so ganz viel gemeinsam und man kennt es sonst von den großartigen bretonischen Gallettes oder aus dem Reformhaus. Der Hersteller nimmt also lokale Zutaten, die traditionell in der bretonischen Küche verwendet werden um seinen Whisky herzustellen, das finden wir doch zumindest mal interessant!

Genauer nachgelesen, finden wir die Information, dass in dieser Abfüllung zu 30 % mit Buchweizenwhisky hergestellt wird, was den übrigen Whisky angeht erfahren wir nichts. Dieser Punkt ist nun etwas, was mir beim kauf Bauchschmerzen bereitet hat, wenn ich schon knapp 27 € meiner Urlaubskasse ausgebe, dann würde ich zumindest gern wissen, ob der Rest Grain oder Maltwhisky ist. Der Hersteller Destillerie de Menhirs schweigt sich hier aus und kann entweder günstigen Grain oder teureren Malt benutzen um seinen Whisky herzustellen.

Zu den Fässern findet sich die Information, dass es französische Eichenfässer sind. Ob diese erst- oder zweitbefüllt sind wird leider nicht verraten. Die französische Eiche gilt als recht kräftig im Aroma, im Gegensatz zur amerikanischen Weißeiche.

Die Verkostung des Eddu Greyrock

Im Glas zeigt der Whisky eine honiggelbe Färbung, leider steht nirgends ein Hinweis, ob es gefärbt ist oder nicht. Somit wissen wir von der Farbe nur, dass vermutlich kein Sherryfass zur Lagerung genutzt wurde. Bitte liebe Hersteller, sagt es uns doch einfach, dann wissen wir bescheid!

In der Nase habe ich eine gewisse alkoholische Schärfe, diese gibt sich aber recht schnell und wird von einer malzigen Note abgelöst. Ich habe Graubrot in der Nase, sehr interessant und so noch nicht gerochen. Mit etwas Geduld kommen einige fruchtige Noten hoch, diese bleiben aber dezent und gelangen nie in den Vordergrund. Die Nase hat ihren ganz eigenen Charakter, wird aber nicht sehr komplex und bleibt auch nach einigen Minuten sehr beständig.

Der erste Eindruck des Greyrock war bei mir „ui ist der jung“. Er ist doch noch etwas zu scharf, wie ich finde. Wenn man seine Zunge etwas daran gewöhnt hat kommen leicht salzige Noten durch, davon hatte ich zwar auf der Verpackung gelesen, in der Nase aber nichts gemerkt, umso schöner, dass nun etwas rumkommt! Es entwickelt sich eine gewisse Süße im Hintergrund, weniger Karamell, eher leichter Honig mit etwas Zimt, aber nur ganz leicht.

Der Abgang ist etwas enttäuschend, er ist kaum vorhanden, hinter der Zunge merkt man den Whisky quasi nicht mehr, was auch an den 40 % Alkohol liegen kann, die die Destillerie Mehir ihrem Whisky gegönnt hat.

Fazit und Fakten zum Eddu Greyrock

Also, ich find diesen Whisky ganz nett, nicht berauschend, nicht großartig, aber auch nicht schlecht. Ich habe das Gefühl, dass zwei bis drei Jahre mehr Fasszeit einen tollen Einfluss auf den Whisky haben könnten. Ich denke, dass wir hier größtenteils Grainwhisky vorfinden, wobei mir die typische Bitterkeit fehlt. Die Webseite des Herstellers verrät uns nicht viel. Es gibt von Eddu noch weitere Abfüllungen, aber die habe ich leider nicht finden können. Dabei soll es sich um 100 % Buchweizenwhisky handeln.

  • Typ: Blended Whisky
  • Alter: Keine Angabe
  • Fasstyp: Französische Eiche
  • Land: Frankreich
  • Region: Bretagne
  • Alkohol: 40 % vol.
  • Gefärbt: Keine Angabe
  • Gefiltert: Keine Angabe
  • Besonderheiten: 30 % Buchweizenanteil
  • Preis: Circa 26 € (Frankreich) bis 30 € (Deutschland)

Glenfiddich 12 Jahre Tasting – Leckerchen für Zwischendurch

Eine große, kräftige, grüne Flasche mit einem mächtigen Hirsch auf dem Label, jeder der einmal in einem Supermarkt war, hat einen Glenfiddich 12 Jahre schon einmal gesehen. Dieser Single Malt Whisky ist der meistverkaufte Single Malt der Welt und ist so weit verbreitet, dass er für viele Whiskyinteressierte der erste Kontaktpunkt mit Malt Whisky ist.

Mein erster Glenfiddich

Meinen ersten Whisky habe ich mir in einem Duty Free Markt in Tschechien gekauft und es war eine 1 Liter Flasche Glenfiddich 12 jahre. Warum ich zu ihm gegriffen ahbe? Es war tatsächlich der einzige, den ich kannte und was ich kenne, dem vertraue ich eher, zumindest mit grade 18/19 war das so, zudem war der Whisky auch noch sehr günstig.

In einem anderen Beitraghabe ich geschrieben, dass Laphroaig mich mit Whisky zusammengebracht hat, denn dieser Glenfiddich hat mir damals einfach nicht gut eschmeckt. Ich mochte Pils, süße Mixgetränke und sonst eigentlich nichts alkoholisches. Ich hatte immer eine Anmutung an Benzin in der Nase. Man sollte also meinen, das ich von Whisky und von Glenfiddich in Zukunft die Finger lassen würde. Für einige jahre tat ich das auch und als ich wieder begann mich für Whiskys zu interessieren, war er nicht meine erste Wahl.

Glenfiddich 12 Jahre wiederentdeckt

Mit einem Video auf YouTube zum Glenfiddich 12 habe ich mich wieder für diesen Malt interessiert, ein Standard, sozusagen ein „Benchmark-Malt“. Ich erhielt ihn dann als schönes Geburtstagsgeschenk und konnte mich neu und weniger befangen an ihn heranwagen.

Die Verkostung des Benchmark-Malts

Aufder Flasche  erfährt man, dass Glenfiddich in Oloroso Sherryfässern und in Bourbonfässern reifen lässt, eine für einen so günstigen Whisky interessante Tatsache, Sherryfässer sind circa 10 mal so teuer, wie ein Bourbonfass. Mandarf davonausgehen, dass der Großteil der Fässer eher Bourbonfässer sind, aber schon  ein kleiner Anteil Sherry kann tolle Ergebnisse erzielen, wie man auch beim Balvenie Double Wood erkennt.

Im Glas ist der Glenfiddich honiggelb bis golden, leider ist er auch mit E150 gefärbt, zur einheitlichen Farbgebung heißt es auf der Flasche. Dies ist bei diesen großen Auflagen verständlich, es handelt sich immerhin  um  den meistverkauften Single Malt der Welt.

Die Nase lässt ganz leichte Sherrynoten im Hintergrund vernehmen, es ist aber vordergründig ein sehr süßer Malt, Honig und Birnen sind die ersten Assoziationen die ich hatte. Ich finde, dass Glenfiddich auch im Geruch eine leichte Alkoholnote hat, ich empfinde sie nicht als unangenehm, man merkt aber leichte Schärfe in der Nase. Er wird mit der Zeit weicher, oder die Nase gewöhnt sich an die alkoholischen Aromen. Eine Note von jungen grünen Äpfeln bringt sich in den Vordergrund und übernimmt die Birnen vom Anfang. Wirklich angenehm, aber sicher nicht überkomplex.

Der Antritt der Whiskys ist von süßen Noten bestimmt, einige blumigen Aromen steigen über den Rachen in die Nase, insgesamtfüllt der Whisky den Mund vor allem über eine verspürte Verdunstung der Aromen aus. Es ist weniger so, dass der Whisky selbst meinen Mund ausfüllt, es ist eher der  Duft. Es wird später sauer, wie der Apfel, den ich später in der Nase hatte. Im Rachen wird der Whisky kurz warm und hinterlässt nur kurz eine Honignote.

Insgesamt ist der Malt nicht sehr  komplex, aber das suche ich auch nicht in einem Whisky, der wirklich was nettes, leichtes und schmackhaftes für Zwischendurch ist. Ich mag ihn  und werde ihn gerne in meiner Bar behalten, er ist auch toll um ihn Freunden anzubieten, die nur wenig Erfahrung haben.

 

Die 6 besten Whiskys für den Sommer

So, langsam aber sicher ist der Sommer eingetrudelt und man darf sich ohne Schal und dicken Mantel wieder an die Sonne wagen. Während der Unterbrechungen meines Winterschlafes habe ich vor allem Lust auf kräftige, mächtige und häufig auch rauchige Whiskys gehabt. Aber sobald das Thermometer die 20° Marke überschreitet, ist rauchiger Whisky nicht immer meins.

Also muss ein Getränk für den Sommer her, am liebsten natürlich ein Whisky. Deshalb möchte ich unten kurz einige Whiskys vorstellen, die ich für den Sommer am geeignetsten halte, also meine Top 6 Sommerwhiskys.

Die Nummer1: Glenfarclas 10 Jahre – leichter Sherry für draußen

Der 10 jährige Glenfarclas ist keine Sherrybombe in dem Sinn, wir haben hier einen jungen Whisky, der in erst- und zweitbefüllten Sherryfässern lagerte und das typisch leichte, etwas trockene Aroma besitzt, welches Glenfarclas an sich hat. Der Antritt ist kräftig und jugendlich, leicht spritzig, ohne metallisch zu werden.

Für den Sommer eignet sich der Whisky, weil er in der Hitze eines leicht tropischen Abends die passenden fruchtigen Aromen rüberbringt, ohne zu sehr zu beanspruchen. Wirklich leicht, lecker und nicht zu kompliziert, ohne langweilig zu werden.

Die Nummer 2: Glengoyne 17 Jahre – Zart und blumig

Glengoyne ist eine Highland Destillerie mit Lowland Charakter, wenn wir in den Klischees der typischen Whisky-Regionen bleiben möchten. Wir haben einen sehr feinen, zarten Spirit, der durch die lange Lagerung ein feines Vanillearoma erreicht hat. Ein Malt, der durchaus komplex ist, ohne aber stark aufzutragen, die 43 % Alkohol, die der Glengoyne 17 Jahre mit sich bringt, sind zu spüren, wärmen aber nicht so auf, als dass es im Sommer ungemütlich würde.

Glengoyne 17 Jahre Sommerwhisky Tube und Flasche
Glengoyne 17 Jahre

Dieser Whisky ist für den Sommer deshalb so gut geeignet, weil er eine schöne Frische mitbringt und für mich so eine leckere Vanille besitzt, dass ich mich immer am Mittelmeerstrand sehe und auchein klein wenig Kokos mit am Gaumen spielt. Zusätzlich ist das “Mundgefühl“ durch den sehr reinen Alkohol des Glengoyne 17 Jahre angenehm weich und freundlich.

Die Nummer 3: Glenfiddich 12 Jahre – frisch und lecker

Der 12 jährige Glenfiddich ist ein so genannter „Standardmalt“ und wird von alten Hasen gerne als „Billigmalt“ verschrien. Völlig zu Unrecht, wie ich finde. Der 12 Jährige ist sicherlich ein Malt, der am unteren Preisspektrum dessen liegt, was Leute für Single Malt Whisky ausgeben und somit ein Whisky ist, den viele Einsteiger auch gern als ersten Malt nehmen. Der Whisky ist vergleichsweise günstig, weil Glenfiddich auch viel produzieren kann und dieser Whisky ist für Single Malt Verhältnisse sicherlich ein Massenprodukt. Aber es ist trotzdem wirklich leckerer Whisky.

Der Glenfiddich 12 Jahre alt eignet sich als Sommerwhisky, weil er einen leicht malzig-süßen Antritt hat. Es entwickeln sich leichte Töne von Sherry und Frucht, ohne das die Zunge stark belegt wird. Ich kann diesen Whisky schön im Garten genießen, mir den Duft der Blumen und den leicht fruchtigen Duft des Whiskys gemeinsam in der Nase spielen lassen und mich des Lebens freuen. Wenn es richtig knallheiß ist, dann erlaube ich es mir auch mal mit einem Tumbler und einem einzelnen großen Eiswürfel Sachen zu tun, die ich sonst nicht mache. Da muss es aber schon mindestens 30 °C haben.

Die Nummer 4: Old Pulteney 12 Jahre

Dieser Whisky fällt ein wenig aus dem Rahmen, ichverbinde ihn aber mit Sommer, weil ich meine Sommer als Kind häufig an der Nordsee verbracht habe. Sommer ist also auch subjektiv ;-). Die Gerüche von Salz, Seeluft und Tang finde ich im Old Pulteney mit einer Öligkeit wieder, die ich bei keinem zweiten Whisky bisher gefunden habe. Es ist ein Sommerwhisky für den Strand, oder das abendliche Lagerfeuer.

Der Sommerwhisky Old Pulteney 12 Jahre
Old Pulteney 12 Jahre

Die zwölf Jahre im Fass haben dem Malt seine Spritzigkeit nichtgenommen, lassen ihn aber nicht scharf, sondern angenehm rund auf der Zunge wirken. Die Würze ist da und deutlich im Vordergrund ohne aber aufdringlich zu werden. Herrlich für den Strandurlaub.

Die Nummer 5: Woodford Reserve

Der erste Bourbon in dieser Liste, auch aus dem Grund, das ich weniger verschiedene Bourbons probiert habe, als Scotch Whiskys. Der Woodford Reserve ist in einigen Bereichen kein klassischer Bourbon, weil er in eine kupfernen Pot Still gebrannt wird, was in den USA eher unüblich ist. Dieses Brennverfahren erlaubt dem Woodford Reserve eine große Aromenvielfalt nicht nur aus dem Fass zu übernehmen, sondern auch stärker einen Brennereicharakter wiederzugeben, der daher herrührt, dass die Pot Still einen weniger leichten Alkohol produziert, als es die sonst üblichen Column Stills tun.

Der Woodford Reserve bietet ein tolles Vanillearoma und ist ein sehr ausgewogener Bourbon. Man hat Anmutungen von Kokos und tropischen Früchten, bevor die doch wahrnehmbare Eiche durchkommt.

Die Nummer 6: Otto Hajte Scotch Malt Whisky

Dieser (Single?) Malt ist mir ein kleines Rätsel, da die Herkunft dieses Whiskys unbekannt ist. Was bekannt ist, ist sein Alter und der Verkäufer. Ich habe diesen sehr chic verpackten Malt bei Otto Hatje Zigarren in der Alten Königstraße in Hamburg Altona erstanden.

ScotchSIngle Malt Whisky ausHamburg - Otto Hatje
Single Malt von Otto Hatje

Dieser Whisky ist jung, das merkt man direkt in der Nase und später auch am Gaumen, sehr starker, frischer und deutlich alkoholischer Antritt.

Mit etwas Zeit im Glas wird der Whisky süß und malzig, starke Eichentöne findet man hier nicht, damit war auch nicht zu rechnen. Der Whisky ist hellgelb, heller als Stroh und auch das ist nicht überraschend. Interessant ist bei dem Whisky auch, dass er sich gut zum Mixen eignet, einerseits weil er günstig  ist,  aber auch weil er durch seine  Jugend ein passend kräftiges und nicht zu komplexes Aroma besitzt und sich auch in einem Longdrink oder Cocktail gut durchsetzen kann.

6 Sommerwhiskys das Fazit

Die oben genannten Whiskys sind allesamt nicht rauchig, ich mag das im Winter oder bei Schietwetter  einfach lieber. Ich habe Freunde, die lieben rauchige Malts allerdings wenn sie ihren Grill angeschmissen haben, so unterschiedlich sind Geschmäcker.

Was denkst du, was ist dein liebster Sommerwhisky, oder trinkst du im Sommer lieber Rum oder Cognac? Ich freue mich  über deinen Kommentar!

Whiskey Weizenbier von Hösl – eine Verkostung

Vor kurzem hat in Hamburg ein neuer Laden direkt an der Ratsherrenbrauerei in den Schanzenhöfen eröffnet, es handelt sich um den „Craft Beer Store“ und dort gibt es eine riesige Auswahl interessanter Biere. Hier im Blog geht es um Whisky, aber als ich dann folgendes Schätzchen entdeckte, dachte ich mir, dass es hierher passt: Ein Whiskey Bier. Hösls Whiskey Weisse.

Whiskey Bier, was soll das sein? – Ein bisschen Etikettenkunde

Whiskey Bier von der Brauerei Hösl, Ansicht von vorn
Whiskey Bier von Hösl

Auf dem Etikett erfährt man, dass es sich um ein nach dem Reinheitsgebot gebrautes Weizenbier handelt, für welches auch Whiskey Malz verwendet wurde. Okay? Whiskey Malz im Weizenbier? Wird wohl etwas amerikanisches sein, Whiskey mit „e“, Weizen ist ja auch in Bourbon und anderen amerikanischen Whiskeys erlaubt, ein gutes beispiel ist hier der Maker’s Mark. Wenn Gerste verwendet würde, was in amerikanischem Whiskey durchaus vorkommt, dann dürfte es sich nicht mehr um Weizenbier handeln.

So, auf dem Etikett wird uns erzählt, dass die Mischung aus Weizen und Whiskey Malz uns eine angenehm torfige Note bescheren würde. Torfig? Ah ja, alles klar… hier wird scheinbar wild durcheinander gewürfelt, was normalerweise nicht zusammen gehört. Mir ist zumindest kein amerikanischer Whisky bekannt, der mit Torf gemälzt würde.

Die Verkostung – Hält es, was es verspricht?

So, flugs eingegossen und mal die Vorurteile beiseite geschoben. Die Farbe ist recht dunkel, also kein Kristallweizen, schön, mag ich nämlich nicht. Die Farbe ist mit Bernstein zu vergleichen, ja ich glaub das trifft es, vielleicht etwas stärker ins Bräunliche gehend.

Und jetzt geht es ans Eingemachte: der Geruchstest. Es riecht deutlich Malzig und es ist eine angenehme Würze wahrzunehmen. Erinnert mich sehr an das Aecht Schlenkerla Rauchbier, nur viel weniger Rauch. Eine „Torfigkeit“ im Sinne eines hohen Rauchanteils kann ich nicht feststellen. Es hat eine gewisse Salzigkeit, das schon und auch dieser Geschmackseindruck ist nicht stark genug um von mir mit „Torf“ assoziiert zu werden. Es riecht lecker, ein schönes Bier. Aber mit Whisky oder Whiskey hat der Geruch nichts zu tun.

Nun mal ein Schluck genommen, lecker, schöne Kohlensäure, wirklich schön kräftiges Malz, Süße und Würzigkeit wechseln sich ab. Die Zunge spürt eine gewisse Trockenheit, ein vollmundiges Bier, die 5,6 vol. merkt man auch, aber nicht zu stark, oder unangenehm.

Aber auch hier: Whiskey? Nö, davon merke ich nichts, wirklich gar nichts. Der Rauch, der im Geschmack zu finden ist, ist so zart, dass nicht einmal eine Assoziation zu Whisky aufkommt, das Schlenkerla ist da deutlich stärker, aber wirbt nicht mit „Whiskey“.

Whiskey Weisse, Rückseite mit Etikett und der Erklärung
Etikett der Whiskey Weisse

Im Laufe der Verkostung bleibt die rauchige Würze (die weder Iod, noch Lagerfeuer, noch Schinken so richtig beschreiben würde) deutlich zu schmecken, aber es gibt eine gewisse Fruchtigkeit, ganz leicht an Grapefruit erinnernd, die man hier auch schmeckt.

Fazit: Ich bin zwiegespalten

Das Bier ist lecker, ich mag es gern, es ist kein normales Weizen, es hat mehr Geschmack und es ist schön abgestimmt. Aber warum ist es mit Whsikey beworben? Ich verstehe es wirklich nicht, Whisky, oder leichtes Rauchbier, ja gerne, aber das ganze an Bourbon, oder Tennessee Whiskey anzulehnen ist entweder fehlendem Fachwissen geschuldet, oder die Marketingabteilung hat festgestellt, dass Whiskey durch Jacky und Jimmie bekannter ist als Whisky durch Johnnie.

Liebe Firma Hösl, ihr habt ein tolles Bier gebraut, aber so müsst ihr das, wie ich finde, nicht bewerben.

Glenfarclas 105 – Liebestaumel aus dem Sherryfass

Bild eines Glenfarclas 105 (Flasche und Hülle)
Glenfarclas 105, Hülle und Flasche

Ich bin ein Fan rauchiger Whiskys, bei Whisky aus dem Sherryfass bin ich eher so etwas wie der schüchterne, verliebte Teenager, der nicht weiß, wie er seine Liebe gestehen möchte. An Rauch bin ich selbstbewusst und kaltschnäuzig Herangegangen und habe mir direkt einen Laphroaig geschnappt, an Sherry habe ich mich vorsichtig rangetastet und meine Grenzen ausgelotet, gerade wie bei einem Date.

Der 105er von Glenfarclas ist ein Whisky mit Fassstärke, der 10 Jahre in ehemaligen Sherryfässern lagerte und eine tiefdunkelrote Farbe erhielt, sicherlich nicht der Whisky, der am Anfang eines Dates mit Sherry steht. Er ist aber der Whisky, der dem ersten näheren Kennenlernen gleichkommt, mehr als Händchenhalten.

Der erste Schritt und das Kennenlernen – Woher kommt der Whisky und was ist drin?

Schaut man auf das Etikett des Glenfarclas 105, sticht zuerst die Zahl hervor. Weiß auf schwarzem Grund prangt sie dort und verspricht süße Genüsse. Was soll die 105 bedeuten? Sie ist ein Hinweis auf die sündige Stärke des Whiskys. Mit 105 britischen Proof hat der Glenfarclas 60 Volumenprozente Alkoholgehalt. Das ist eine ganze Menge und nicht zu verachten. Dass es sich um Fassstärke handelt wird durch das „Cask Strength“ hervorgehoben.

Das nächste Statement des Etiketts ist eine Herkunftsbezeichnung: „Highland Single Malt Scotch Whisky“. Hm…. Highland? Ich dachte immer an die Speyside bei Sherrywhisky, also mal die Suche angeschmissen und rausfinden, dass Glenfarclas im Ort Ballindalloch im Herzen der Speyside zu finden ist. Glenfarclas nutzt also den Oberbegriff „Highlands“, die Speyside gehört im Prinzip zu diesen. Okay, wir wissen was die Angebetete anhat und woher sie kommt, wie alt ist sie nur?

Die Familie Grant ist seit fast 200 Jahren, nämlich seit 1815 in Besitz der Destillerie, die Familie ist also alt. Das Etikett weist Glenfarclas 105 als 10 Jahre alt aus, für einen Whisky ist das sicher volljährig, wenn auch nicht alt. Wir können also davon ausgehen, dass es sich um einen ernstzunehmenden Single Malt handelt und nichts, was vor seiner Zeit das Fass verlassen musste.

Wir kommen uns näher – Du riechst so gut – Das Nosing

Okay, ich glaub der zweite Teil der Überschrift ist von Rammstein, aber er passt sehr gut. Wenn der gute Tropfen ins Glas perlt und man seine Nase näher heranführt, ist der erste Eindruck; nunja, eigentlich gar nicht so stark. Hm, wie kommt das? Arbeitet man ein wenig mit Wasser, wird es klar, der Alkohol will seine Aromen nicht so ohne weiteres freigeben. Bei 60% Alkohol kann man auch von einer ordentlichen Verdünnungsreserve ausgehen. Also flugs zwei drei Teelöffel Wasser auf den Dram und nochmal gerochen, herrlich. Als allererstes knallt der fruchtig-trockene Sherry und Würze.

Glenfarclas 105 Single Malt Whisky Etikett in Nahaufnahme
Das Etikett des Glenfarclas 105

Der erste Eindruck ist groß, viel größer als beim „normalen“ 10-jährigen Glenfarclas, der mit 40 % abgefüllt wird. Wir warten noch einige Minuten und führen uns das Glas immer mal wieder an unsere Nasen. Er entfaltet sich, wird von dunkler zu hellerer Frucht. Herrlich.

Die Kraft des Whiskys ist nicht zu unterschätzen, wir haben es mit einem starken und erstaunlich reifen Whisky zu tun. Es finden sich leichte Noten von Leder, nur ganz zart, und eine an leichten Rauch erinnernden Ton im Hintergrund, hinter dem starken Sherry und der Frucht.

Jetzt wird’s ernst – Der erste Kuss – Das Tasting

So, der Whisky ist so knapp unter 50 % verdünnt worden und hatte Zeit sich zu setzen und mir seine Aromenfracht in die Nase zu blasen. Jetzt kommen wir uns noch näher und ich setze das Glas an. Der erste Eindruck ist kräftig, stark und leicht überwältigend. Die alkoholische Stärke ist ganz klar da, ohne dass es fuselig wirkt oder gar alkoholisch schmecken würde. Dann läuft mir das Wasser im Mund zusammen, Trockenheit vom Sherry kommt durch, es gibt wahrnehmbare, aber nicht starke Bitterkeit, vielleicht Halbbitterschokolade und Frucht, dunkle Beeren, etwas Kirsche und Honig. Wirklich toll, die Würze vom Anfang bleibt die gesamte Zeit über, der Whisky füllt den Mund durchgehend aus, ich kann kaum sagen, wo die Flüssigkeit gerade ist und dann schlucke ich und merke, wie warm mein Hals wird. Und bleibt. Und bleibt. Und noch immer bleibt. Am Gaumen bleibt leichte Bitterkeit zurück, auf der Zunge ein leicht trockenes Gefühl und der Rachen ist warm, sehr angenehm warm.

Glenfarclas 105 – eine Liebe fürs Leben?

Wirklich, ganz großes Kino der Glenfarclas 105. Jedes einzelne der 105 Proof zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und nun bin ich glücklich mit meiner Eroberung.

Fehlt etwas? Nein. Bei etwas über 30€ pro Liter (Stand Juni 2013) kann ich nichts entdecken, was mir fehlen würde. Es gibt den Glenfarclas 105 auch noch in einer 20 Jahre alten Version, hier kann ich die wirklich dunklen Sherrytöne erwarten, eine stärkere Bitterkeit und sicherlich so etwas wie eine ledrige, angenehme Note nach Herrensessel, aber hier greift der geneigte Genießer auch tiefer in die Tasche, denn einen 60 %igen Whisky in dem Alter hinzubekommen ist dank des geliebten „Angel Share“ nicht so einfach.

Insgesamt liebe ich diesen Whisky und bin froh, dass ich noch ein bisschen in meiner Bar habe. Weiter so, Glenfarclas.

 

 

 

Rauchiger Whisky – Hass oder Liebe?

Raue Seeluft, Salz, Tang und am Abend am Lagerfeuer sitzen, für viele ist das ihr Traum von Schottland, speziell ihr Traum von schottischem Whisky. Andere verbinden mit Schottland Blumen, saftige Wiesen und Heidekraut. Schottland mag ein kleines Land sein, seine Facetten sind aber zahlreich und jedes Schottlandbild ist individuell. Individuell wie der Whiskygeschmack.

So verschieden die Wahrnehmungen und Vorstellungen von Schottland sind, so unterschiedlich werden auch die verschiedenen Ausprägungen von Scotch wahrgenommen.

Um wenige Aspekte gibt es unterschiedlichere Wahrnehmungen als zur Frage: Soll Whisky rauchig sein oder nicht? Ich selbst bin  mit Laphroaig zum Scotch gekommen, dass ich also auch rauchigen Whisky mag ist also recht offensichtlich. Ein guter Freund hingegen liebt leichtere Sherrytönige Whiskys wie den Balvenie Doublewood und verabscheut meinen heißgeliebten Laphroaig.

Flasche und Karton des Lagavulin Single Malt Whiskys in der Distiller's Edition aus dem Travellers Retail. 1 liter.
Lagavulin Distiller’s Edition Single Malt Scotch Whisky

Jedem Tierchen sein Plaisierchen könnte man nun sagen und der Artikel wäre am Ende.

Ganz so ist es nicht. Rauchiger Whisky kann deutlich unterschiedliche Ausprägungen annehmen und somit vermute ich, dass (fast) jeder auch für Rauch im Whisky interessiert werden kann. Warum das wichtig ist? Die Aromenfracht, die Rauch mit sich bringt kann kaum überschätzt werden und es gibt rauchhaltige Whiskys, die andere Noten im Whisky, wie Sherry, Honig und schokoladige Bitterkeit, unterstützen, ohne sie zu übertünchen oder zu überwältigen.

Schinkenschnaps – Phenol ohne Ende – Islay helau

Wenn ich  von stark rauchigem Whisky rede, denke ich an Laphroaig, der Whisky, der mich an Scotch und seine Aromen rangeführt hat. Der erste Eindruck, den ich von ihm hatte war: „Wow, da ist ein Stück Räucherschinken in der Flasche“.

Viele der sehr stark mit Torf befeuerten Whiskys geben diese Note von sich. Phenol riecht für viele Menschen nach Jod und speziell diese Ausprägung an Whisky legt diese Assoziation auch nahe. Andere Vertreter der starken Schinkenschnaps-Fraktion sind der Smokehead und weitere Islay Whiskys. Einige dieser Whiskys sind leider recht eindimensional. Wo der Laphroaig in seiner 10 jährigen Ausprägung süße von Honig aus den Bourbonfässern mitbringt, ist der jüngere  Smokehead fast säuerlich bitter im Rachen und zeigt quasi keinen Einfluss des Fasses.

Ein feiner rauchiger Blended Malt ist der aktuell auslaufendeJohnnie Walker Green Label, ein fantastischer Whisky, der leider nicht mehr  in der aktuellen Range zu finden ist. Hier kommen die leichte Schärfe von Talikser und die Holzkohle Aromen von Caol Ila zusammen mit einigen weiteren aromatischen Malts zusammen um einen rauchigen, würzigen Blended Malt zu produzieren.

Insgesamt kann ich diesen Whisky nur in eher homöopathischen Dosen zu mir nehmen und habe auch nicht immer Lust  auf diese riesige Fracht. Im Winter oder  bei „Shietwetter“ habe ich deutlich eher Lust mir einen leckeren Quarter  Casks zu gönnen als im Sommer, wenn ich ohnehin schon öfters grille und meine Portion Rauch so bekomme.

Rauch plus X – Sherry und Rauch im Kampf um die Zunge

Eine spannende Kombination ist immer wieder ein in einem Sherryfass gelagerter Whisky. Viele Distiller’s Editionen / Spezialeditionen / Sonderabfüllungen verschiedener Brennereien und Konzerne fallen in diese Kategorie und das mit gutem Grund.

Bowmore ist ein gutes Beispiel, hier werden  rauchige Islay Whiskys gerne mit der Frucht aus Sherry verbunden. Heraus kommt dann gerne so etwas wie ein in Frucht mariniertes Grillsteak, delikat aber nicht für jeden das richtige. Lagavulin vertreibt eine vielgelobte und hoch  dekorierte Distiller’s Edition. Der große Islay Malt wird hier in Pedro Ximenez (eine sehr süße Ausprägung des Sherry) Fässern nachgelagert und erhält so Farbe und Frucht. Da der Lagavulin DE mit insgesamt 16 Jahren eine ordentliche Eichenfracht mitbringt und viel des jungen, heftigen Rauches schon sanfter geworden ist, entwickelt sich ein schön komplexer Malt, der fast alles mit sichbringt, was einen Whisky ausmacht, außer florale leichte Noten, aber hey, das ist ISLAY.

Ein wunderbarer rauchiger Whisky, der den Rauch mit weiteren Aromen verbindet ist der Talisker 10 Jahre. Hier verbindet sich kräftiger Rauch mit scharfem Pfeffer und einer gewissen Stärke im Mund, „beefy“ auf Englisch ist ein passender Begriff, auf Deutsch kann man vielleicht saftig-würzig sagen. Talisker ist in seiner Standardabfüllung nicht in Südweinfässern gelagert, mit der Distiller’s Edition und dem neuen Port Ruighe gibt es aber auch spezielle Abfüllungen, die noch eine Ladung Frucht mitbringen.

Weniger stark rauchig und mit einer Note nach etwas trockenem Sherry und duftig-würzigem Heidekraut ist der 12 jährige Highland Park, ein wirklich großartiger Whisky von den Orkneys im Nordwesten von Schottland. Hierbringt der leichte, aber wahrnehmbare Rauch die anderen Aromen geradezu prototypisch heraus und sorgt für die nötige Kraft um die leichten Töne nicht zu überdecken, sondern zu betonen. Das ist der Effekt, den man gern mit dem neumodischen Geschmack Umami verbindet.

Ein Räuchlein bitte – Whiskys mit einem Anflug von  Rauch

Es gibt Whisky, der nur eine feine Rauchnote bietet und ansonsten andere Geschmacksnoten betont werden. Ab und an habe ich diesen Eindruck auch von  Whisky, der bekanntermaßen ungetorft ist. Der Glenfarclas 105 ist so ein Kandidat, hier habe ich ihn häufig als würzig erlebt, gerade  während des Verdünnens (nein, ich  trinke 60 Volumenprozente nicht regelmäßig unverdünnt, nur wenn die anderen Jungs das auch tun 😉 ). Das hat aber eher mit Assoziation zu tun, als mit einem Phenolgehalt. Würze, die  der 105er nach meinem Empfinden reichlich hat, wirkt bei mir zumindest schnell wie  ein klein wenig Rauch.

Die  Whiskys aus der Woodsmoked Serie von Glen Els sind über Buche  geräuchert, da ist  auch deutlich weniger Phenol spürbar als bei Islay Whiskys. Auch hier wird die Frucht aus den Fässern herausgestellt und nicht übertüncht.

Leicht rauchig ist auch der bekannte Blend J&B rare von Justerini & Brooks. Hier bringt soweit ich weiß Caol Ila den Rauch  in den Blend, allerdings nicht sehr stark. Blends sind im Allgemeinen durch den Grain Whisky schön leicht und überfordern auch Anfänger nicht, hier kann man Beginnen, wenn man sich einmal entschließt auch rauchigen Whiskys eine Chance geben mag.

Rauch  im Whisky? – Ja bitte, die Dosis macht den Laphroaig

Ich bin für rauchige Whiskys, nur die Menge des Rauchs darf gerne variieren. Nicht jeder Whisky muss rauchig sein, ich bin kein Smokehead und Späße wie ein Pfund Torf in der Promominiatur des neuen Ardbeg Ardbog finde ich, mit Verlaub, ein bisschen übertrieben.

In jede Whisky Sammlung gehört aber ein schöner, rauchiger Whisky, nicht einmal unbedingt von Islay, auch Ardmore aus der Speyside hat da ordentlichen  Whisky zu bieten. Also liebe Rauchverächter, tut euch den Gefallen und tastet  euch (in doppeltem Sinn) mal an das Thema ran.

Whisky Tastings in Hamburg

Ich selbst wohne in Hamburg (ob man da schon Hamburger ist, da streiten sich die Gelehrten, gebürtiger oder geborener Hamburger bin ich in jedem Falle nicht und Hanseat oder Pfeffersack sowieso nicht) und bin regelmäßig an Whisky Tastings interessiert und veranstalte eigene Tastings mit Freunden, die keinen Anspruch an Professionalität haben. 

Regelmäßige (professionelle) Tastings in Hamburg

Gerne will ich auch an professionellen Tastings teilnehmen, nur ist mir das in dem letzten Jahr noch nicht gelungen. Aber das liegt sicherlich nicht an der Auswahl. Hier möchte ich eine kleine Auswahl an regelmäßig stattfindenden Tastings vorstellen, sicherlich ist dies nicht ganz vollständig, falls euch ein Tasting in Hamburg fehlt, dann sagt mir gerne per Email Bescheid (fabian.piotrowski[at]gmail.com) und ich aktualisiere den Blog.

Whisky Tasting bei Otto Hatje Zigarren

Beim letzten Zigarrenmacher aus Hamburg finden im Monat bis zu vier Tastings im kleinen Kreise statt. Jedem Gast werden dabei fünf bis sechs Whiskys gereicht (meistens Scotch Single Malt). Zusätzlich wird auch noch eine Zigarre geraucht, die den Whisky ergänzen soll. Für absolute Nichtraucher ist dieses Tasting also vielleicht nicht zu empfehlen. Der Kostenbeitrag liegt bei moderaten 30 € (Stand Mitte 2013).

Die Tastings haben oft eine einzelne Brennerei oder eine bestimmte Region zum Thema, beispielsweise wurden im April 2013 die Reihe der Brennerei Tomatin verkostet.

Um an Tasting Termine, die fast immer an einem Donnerstag oder Freitag liegen, zu gelangen empfehle ich im laden in der Alten Königstraße 5 in Hamburg-Altona vorbeizuschauen und nachzufragen, direkt anzurufen oder eine Email zu schicken. Die Mailadresse und Telefonnummer findet ihr auf www.ottohatje.de (ich möchte die Emailadresse hier nicht posten, Spam und so). Es ist nicht immer ganz einfach einen Termin zu erhalten, ich hab es im April zum Beispiel nicht geschafft, aber es soll sich in jedem Fall sehr lohnen!

EDIT: Ich kann sagen, dass es sich sehr lohnt. Der „Malzmann“ macht die Tastings Einsteigerfreundlich und die Atmosphäre ist fröhlich und man fühlt sich gut aufgehoben. Zudem bekommt man auch was für sein Geld. Ein absolutes Erlebnis war das Blind-Tasting Ende des letzten Jahres. Man wundert sich, was man erkennt und wo man sich irrt. Wirklich fantastisch.

Whisky Tastings bei der VHS Hamburg

Die Volkshochschule Hamburg bietet in unregelmäßigen Abständen Whiskytastings in verschiedenen Standorten der VHS an. Die Tastings haben einen eher akademischen Hintergrund und werden von Vorträgen begleitet. So gab es eine Probe, welche den Einfluss von Eiche zum Thema hatte und verschiedene Fasstypen erläuterte und passende Whiskys dazu bot. So konnte auch japanische Eiche in einem japanischen Single Malt probiert werden und auch die Lagerdauer geschmacklich eingeordnet werden.

Auch dieses Tasting konnte ich persönlich noch nicht besuchen, ein Freund berichtete mir aber, dass die Veranstaltung wohl wirklich interessant und spannend war. Der Kostenbeitrag liegt bei etwa 35 € und es werden circa 6 Whiskys gereicht. Die Termine finden sich auf der Webseite der VHS Hamburg, je früher man bucht, desto eher erhält man einen Termin, die Teilnehmerzahl liegt bei etwa 20.

Whisky Tasting beim Getränke-Paradies Wolf

Der Getränkemarkt Wolf in der Schanzenstraße 7 in Hamburg (Stadtteil Sternschanze) hat neben einer großen Auswahl an Spirituosen und Weinen auch etwa einmal im Monat ein Tasting im Angebot. Neben Whisky und Whiskey werden auch Rums oder Cognacs verkostet, dies ist je nach Termin im Voraus bekannt. Im Juni 2013 wird beispielsweise ein „World Whisk(e)y“ Tasting stattfinden. Die Veranstalter haben je nach Thema einen anderen „Dozenten“ eingeladen, der durch den Abend führt.

Die Kosten sind je nach Termin unterschiedlich, das World Whisk(e)y Tasting soll einen Kostenbeitrag von 48 € erfordern. Die Anmeldung erfolgt über ein Formular, welches man sich zusenden lassen kann (Kontakt per Email oder Telefon) oder auf der Webseite des Unternehmens.

Whisky Tasting in der Bar Christiansen’s in Hamburg

Die Bar Christiansen’s in unmittelbarer Nähe zum Hamburger Fischmarkt (Pinnasberg 60) ist für ihre sehr große Auswahl an Single Malt Whiskys bekannt. Die Bar bietet in unregelmäßigen Abständen Whisky Tastings an (im Juni mit dem Thema Balvenie). Bisher stand ich allerdings noch nicht auf dem Verteiler, ich werde das aber nachholen und genauere Informationen updaten.

Whiskytastings in der Umgebung von Hamburg

Hamburg hat mit Städten wie Elmshorn, Pinneberg, Schenefeld und Stade einen großen so genannten Speckgürtel. Durch den HVV und meist gute Verkehrsinfrastruktur, ist für die Hamburger aus meiner Sicht auch ein Tasting in der Umgebung interessant und umgekehrt.

Whisky Tasting in Elmshorn und Norderstedt bei Edeka Hayunga

In den Räumen des Supermarktes Hayunga finden monatlich zwei bis drei Verkostungen und/oder Seminare statt. Die Teilnahme wird mit sechs bis sieben Whiskys belohnt und kostet circa 20 € (kann aber von Termin zu Termin wechseln). Es gibt übrigens auch Rum Verkostungen, das ist sicher auch spannend.

Hansemalt Whiskytastings und Seminare in Hamburg

Die Veranstalter der Hanse Spirit Spirituosenmesse veranstalten sehr regelmäßig Whiskytastings und Seminare, wie Blending Seminare und Verkostungen von im Sherryfass gereiftem Whisky im Vergleich zu dem entsprechenden Sherry. Ich konnte daran noch nicht teilnehmen, fasse das aber fest ins Auge, hoffentlich noch für 2013. Weitere Infos findet ihr auf hansespirit.de.

Die Kosten betragen circa 59 €, die Tastings finden in privaten Räumlichkeiten in Schenefeld bei Hamburg statt.

Marc’s Whiskycollection Verkostungen in Elmshorn

In den Räumen des Whiskyshops marc’s WHiskycollection (Klaus-Groth-Promenade 9, 25335 Elmshorn) finden regelmäßig statt, die nächsten Termine sind im August 2013 angesetzt. Es gibt Tastings für Einsteiger und für Fortgeschrittene mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Die Kosten liegen bei circa 25 bis 30 €.

Weitere Whiskytastings in Hamburg

Ich kenne bisher keine weiteren Tastings in Hamburg, aber ich treffe mich regelmäßig zu Tastings mit Freunden. Das kann ich jedem einzelnen Empfehlen, einfach mit zwei, drei oder mehr Freunden zusammentun, einen ruhigen Ort suchen (am besten bei jemandem zu Haus, das ist am günstigsten) und vorher Absprechen, wie die einzelnen Sammlungen aussehen und was man offen hat. Hier kann man dann planen, was gut zusammenpasst. Vielleicht möchte man eine Region auswählen, also nur Speyside oder Highland Whiskys probieren oder eine bestimmte Ausprägung von Whiskys, aber aus verschiedenen Destillerien, probieren. Ich werde demnächst zum Beispiel mit meinen Freunden drei verschiedene nachgereifte, rauchige Islay Whiskys gegeneinander tasten (Ardbeg Uigeadail, Lagavulin Destiller’s Edition und Caol Ila Destiller’s Edition) um herauszufinden, wie sich die Brennereien hier unterscheiden.

Es empfiehlt sich, eine Reihenfolge zu planen, in der man die Whiskys tasten will. Hier würde ich persönlich dazu raten, dass man von mild zu stark und von nicht rauchig zu rauchig geht, startet man mit einem Laphroaig Cask Strength, ist es unter Umständen nicht mehr so gut möglich noch einen milden Glengoyne oder Auchentoshan zu genießen.

Also, viel Spaß und vielleicht sieht man sich einmal auf einem der Tastings, wenn ihr Hinweise habt, wo in Hamburg (und Umgebung) regelmäßig gute Whiskytastings stattfinden, dann sagt mir bitte Bescheid!

Macallan stellt angeblich seine Standardabfüllung um

Die 1824er Serie ersetzt Sherry- und Fine Oak

Laut Horst Lüning von der Webseite whisky.de wird Macallan die 10 und 12 jährigen Sherry Oak und die Fine Oak Abfüllungen zugunsten der neuen 1824 Serie mit den Abfüllungen Macallan Gold, Amber, Sienna und Ruby einstellen. Sobald ich eine Pressemitteilung oder eine ähnlich offizielle Quelle finde, werde ich den Link hier anfügen. Ich habe bereits eine Email an das Team von Beam Global geschickt, die den Vertrieb der neuen Range über ihre Signature Malts organisieren.

UPDATE: Die lieben Menschen von Beam Deutschland hat mir geantwortet, dass alle anderen Variationen außer der neuen 1824er Serie definitiv in Deutschland nicht mehr vertrieben werden. Im Fachhandel und in anderen Ländern sei dieser Whisky aber weiterhin durchaus verfügbar.

Wie war der Sherry Oak? Ich habe den Macallan Sherry Oak 10 years old vor etwa einem Jahr noch für circa 30 € erworben, der aktuelle Straßenpreis liegt etwa 20 € darüber, was für eine deutliche Verknappung der Bestände sprechen würde.

Der Macallan Sherry Oak war aus meiner Sicht ein sehr schöner, kräftiger Whisky mit einer großen Fruchtigkeit und einer leichten Bitterkeit im Abgang. Ich fand ihn für seinen damaligen Preis wirklich gut, für den aktuellen Preis würde ich ihn mir nicht kaufen, wenn man bedenkt, dass man hier schon Top 18 jährige Glenfarclas erhält, die deutlich mehr Sherry und Eiche aufrufen, oder einen leckeren 12 Jahre alten Aberlour, der vom Charakter aus meiner Sicht wirklich nah an den Sherry Macallan herankommt.

Ich bin auf jeden Fall an den neuen Abfüllungen interessiert und ich denke, dass die Einteilung nach Farben einen Sinn ergibt, trotzdem habe ich als Whiskykäufer bisher fast immer auch auf eine Altersangabe geachtet. Das liegt daran, dass ich selbst bei Second oder Third fill Fässern hier weiß, dass eine gewisse Menge Eiche mitkommen dürfte. Allerdings habe ich bei den Glen Els Whiskys festgestellt, dass die Jahre nicht immer was zum Alter sagen.

Nachhaltigkeit und Whisky

Oder „Alles Öko im Whisky oder was?“

Ich bin Abonnent des auf Englisch erscheinenden Whisky Magazine und in der aktuellen Ausgabe 111 bin ich auf einen sehr interessanten Artikel von Gavin D. Smith gestoßen. Der Titel des Artikels ist Enviromental awareness. Der Artikel beschäftigt sich, wie mein Titel und der Titel von Smith schon vermuten lassen mit dem Einfluss, den die Single Malt Whiskyherstellung in Schottland auf die Umwelt hat.

Ich halte dies für ein sehr interessantes Thema, zu dem ich auf Deutsch bisher wenig gefunden habe. Darum fühle ich mich jetzt bemüßigt, meinen Senf dazu zu geben.

Die Rohstoffe

Scotch wird bekanntlich aus Gerste und Wasser hergestellt, zu einem Teil auch aus Torf. Dazu brauch man natürlich auch noch einiges an Energie. Wenn Whisky nachhaltig und umweltverträglich sein soll, dann sind die Rohstoffe ein wesentlicher Punkt für die Bewertung.

Das Wasser für Whisky

Wasser ist der erste Rohstoff, den Gavin D. Smith behandelt. Wasser ist für Whisky unerlässlich, schließlich besteht er aus einer ganzen Menge Wasser, auch bei Fassstärke. Üblicherweise wird Whisky mit Wasser aus der örtlichen Trinkwasserversorgung verarbeitet.

Der weit größere Verbrauch an Wasser entsteht aber bei der Kühlung des Destillates! Dieses Wasser ist potenziell ein Problem für die Umwelt, da es sich bei der Kühlung stark aufheizt, was für viele Fische und Flußbewohner schädlich sein kann. Um die Auswirkungen gering zu halten werden die Destillerien sehr eng von der SEPA (Scottisch Enviroment Protection Agency) überwacht.

Smith zitiert Alan Winchester von Chivas Brothers Ltd. Mit einem Statement, dass sie sich Mühe geben wo es geht Hitze aus dem Wasser zu ziehen und diese zu nutzen. Dies bedeute für die 14 Stills die Chivas betreibt eine große Wasserersparnis. Diageo schafft es in seiner aktuellsten Destillerie bis zu 95% des Wasser über eine Wasseraufbereitung zu beziehen und so den Einfluss auf die Umwelt zu minimieren.

Dies wirft auf die heißgeliebten Worm Tubs einiger noch sehr klassich produzierender Destillerien ein anderes Licht. Hier ist eine regelmäßige Neueinspeisung wie in modernen Kühlkörpern nicht möglich. Hier scheinen insbesondere die Großen mit einem guten Beispiel voranzugehen.

Fabian’s Umweltnote: 1- (es geht immer noch etwas mehr)

Die Gerste für den Whisky – lokal oder globalisiert?

Neben dem Wasser für die Wash Tubs und für die Kühlung ist gerste der zweite wichtige Rohstoff.

Hier ist zum einen die Herkunft der Gerste wichtig, denn lange Transportwege bedeuten einen höheren Verbrauch von fossilen Brennstoffen und daraus folgenden Emissionen. Die Whiskyproduzenten sind in Schottland nicht dazu verpflichtet lokale Erzeugnisse zu nutzen, dies scheint aber auch nicht nötig und das hat mich überrascht. Circa 93 % aller Gerste wird aktuell in Schottland produziert und importiert wird das übrige Getreide aus Irland, England und sehr viel seltener aus Dänemark. Think global,, buy local, die Schotten machen es uns vor.

Zudem ist die Gerste auch immer effizienter geworden. Die aktuellen Gersten schaffen eine um 20% höhere Ausbeute an Alkohol als die hocheffiziente Golden Promise Gerste. So schaffen die jetzt genutzen Gersten pro Tonne 420 Liter Alkohol.

Die Verwendung lokaler Gerste würde ich durchaus als sehr umweltfreundlich bezeichnen. Soweit ich weiß ist allerdings nur ein kleiner Teil des Getreides wirklich „Bio“ nach EU-Norm. Hier muss zu bedenken gegeben werden, dass konventionelle Landwirtschaft durch den Einsatz von Dünger und Pestiziden einen größeren Einfluss auf die Umwelt hat, als ökologische Landwirtschaft. Wenn die SWA (Scotch Whisky Association) hier auch eine Empfehlung aussprechen würde, wäre der Umweltschutz sicherlich noch deutlich verbessert.

Fabian’s Umweltnote: 2 – (Abzüge gibt es für die Produzenten)

Fossiler Brennstoff – Torf im Whisky

Torf ist im Prinzip eine Vorstufe von Öl, allerdings deutlich jünger und eher in Mooren zu finden. Moore sind wertvolle Ökosysteme und ein Vergleich der einmal existenten Moorflächen mit den noch existierenden Mooren in Norddeutschen Torfabbaugebieten zeigt, was passieren kann, wenn aller Torf gestochen wurde.

Torf ist für die Herstellung bestimmter Whiskysorten unbedingt notwendig, allerdings ausschließlich als Aromenträge durch das so genannte „kilning“, also das „Stoppen“ des Mälzens. Hier erhält der Malt Whisky seine rauchigen Noten und manchmal auch seinen „Gestank“ nach Schinken oder Jod.

So, sind wir also alle die wir torfigen Laphroaig oder rauchigen Highland Park mögen schlimme Umweltsünder? In Smiths Artikel lässte er Graham Manson von Highland Park zu Wort kommen. Er versichert, dass der Abbau auf Orkney sehr genau mit der örtlichen Umweltbehörde abgestimmt wird und viel Geld in die Renaturierung der Moore investiert wird.

Für die Schottische Malt Whisky Industrie spricht, dass sie nur 0,5% des in Schottland abgebauten Torfs verbraucht und doch recht viel für die Erhaltung der Moore tut.

Fabian’s Umweltnote: 2- (Torf ist mit hoher Belastung für die Umwelt verbunden.

Ist Whisky Umweltfreundlich oder nicht? Ein Fazit:

Whisky ist aus meiner Sicht nicht öko, der Arikel zeigt aber, dass die Produzenten sich um hohe Effizienz bei der Benutztung von Rohstoffen kümmern. Der Artikel bleibt leider eine Information über die Energieeffizienz der Destillerien schuldig.

Es gibt, auch in der besprochenen Ausgabe des Whisky Magazine, Hinweise darauf, dass auch hier die Schotten sehr daran interessiert sind. So plant Diageo 2014 eine Destillerie mit angeschlossenem Biomassekraftwerk in direkter Nähe der Teaninich Destillerie bauen und viele andere Destillerien modernisieren wird. Man darf also sagen, dass die Konzerne sich bemühen ressourcenschonend und energieeffizient zu arbeiten. Sicherlich nicht nur deshalb, weil die gut für Schottlands Umwelt ist, sondern auch aus wirtschaftlichen und Marketing-Erwägungen, aber das macht den Effekt nicht weniger gut und sinnvoll.

Ich würde insgesamt eine 2 als abschließende Umweltnote geben wollen.

Was ist eure Meinung? Kommentiert oder schreibt mir!