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Die 6 besten Whiskys für den Sommer

So, langsam aber sicher ist der Sommer eingetrudelt und man darf sich ohne Schal und dicken Mantel wieder an die Sonne wagen. Während der Unterbrechungen meines Winterschlafes habe ich vor allem Lust auf kräftige, mächtige und häufig auch rauchige Whiskys gehabt. Aber sobald das Thermometer die 20° Marke überschreitet, ist rauchiger Whisky nicht immer meins.

Also muss ein Getränk für den Sommer her, am liebsten natürlich ein Whisky. Deshalb möchte ich unten kurz einige Whiskys vorstellen, die ich für den Sommer am geeignetsten halte, also meine Top 6 Sommerwhiskys.

Die Nummer1: Glenfarclas 10 Jahre – leichter Sherry für draußen

Der 10 jährige Glenfarclas ist keine Sherrybombe in dem Sinn, wir haben hier einen jungen Whisky, der in erst- und zweitbefüllten Sherryfässern lagerte und das typisch leichte, etwas trockene Aroma besitzt, welches Glenfarclas an sich hat. Der Antritt ist kräftig und jugendlich, leicht spritzig, ohne metallisch zu werden.

Für den Sommer eignet sich der Whisky, weil er in der Hitze eines leicht tropischen Abends die passenden fruchtigen Aromen rüberbringt, ohne zu sehr zu beanspruchen. Wirklich leicht, lecker und nicht zu kompliziert, ohne langweilig zu werden.

Die Nummer 2: Glengoyne 17 Jahre – Zart und blumig

Glengoyne ist eine Highland Destillerie mit Lowland Charakter, wenn wir in den Klischees der typischen Whisky-Regionen bleiben möchten. Wir haben einen sehr feinen, zarten Spirit, der durch die lange Lagerung ein feines Vanillearoma erreicht hat. Ein Malt, der durchaus komplex ist, ohne aber stark aufzutragen, die 43 % Alkohol, die der Glengoyne 17 Jahre mit sich bringt, sind zu spüren, wärmen aber nicht so auf, als dass es im Sommer ungemütlich würde.

Glengoyne 17 Jahre Sommerwhisky Tube und Flasche
Glengoyne 17 Jahre

Dieser Whisky ist für den Sommer deshalb so gut geeignet, weil er eine schöne Frische mitbringt und für mich so eine leckere Vanille besitzt, dass ich mich immer am Mittelmeerstrand sehe und auchein klein wenig Kokos mit am Gaumen spielt. Zusätzlich ist das “Mundgefühl“ durch den sehr reinen Alkohol des Glengoyne 17 Jahre angenehm weich und freundlich.

Die Nummer 3: Glenfiddich 12 Jahre – frisch und lecker

Der 12 jährige Glenfiddich ist ein so genannter „Standardmalt“ und wird von alten Hasen gerne als „Billigmalt“ verschrien. Völlig zu Unrecht, wie ich finde. Der 12 Jährige ist sicherlich ein Malt, der am unteren Preisspektrum dessen liegt, was Leute für Single Malt Whisky ausgeben und somit ein Whisky ist, den viele Einsteiger auch gern als ersten Malt nehmen. Der Whisky ist vergleichsweise günstig, weil Glenfiddich auch viel produzieren kann und dieser Whisky ist für Single Malt Verhältnisse sicherlich ein Massenprodukt. Aber es ist trotzdem wirklich leckerer Whisky.

Der Glenfiddich 12 Jahre alt eignet sich als Sommerwhisky, weil er einen leicht malzig-süßen Antritt hat. Es entwickeln sich leichte Töne von Sherry und Frucht, ohne das die Zunge stark belegt wird. Ich kann diesen Whisky schön im Garten genießen, mir den Duft der Blumen und den leicht fruchtigen Duft des Whiskys gemeinsam in der Nase spielen lassen und mich des Lebens freuen. Wenn es richtig knallheiß ist, dann erlaube ich es mir auch mal mit einem Tumbler und einem einzelnen großen Eiswürfel Sachen zu tun, die ich sonst nicht mache. Da muss es aber schon mindestens 30 °C haben.

Die Nummer 4: Old Pulteney 12 Jahre

Dieser Whisky fällt ein wenig aus dem Rahmen, ichverbinde ihn aber mit Sommer, weil ich meine Sommer als Kind häufig an der Nordsee verbracht habe. Sommer ist also auch subjektiv ;-). Die Gerüche von Salz, Seeluft und Tang finde ich im Old Pulteney mit einer Öligkeit wieder, die ich bei keinem zweiten Whisky bisher gefunden habe. Es ist ein Sommerwhisky für den Strand, oder das abendliche Lagerfeuer.

Der Sommerwhisky Old Pulteney 12 Jahre
Old Pulteney 12 Jahre

Die zwölf Jahre im Fass haben dem Malt seine Spritzigkeit nichtgenommen, lassen ihn aber nicht scharf, sondern angenehm rund auf der Zunge wirken. Die Würze ist da und deutlich im Vordergrund ohne aber aufdringlich zu werden. Herrlich für den Strandurlaub.

Die Nummer 5: Woodford Reserve

Der erste Bourbon in dieser Liste, auch aus dem Grund, das ich weniger verschiedene Bourbons probiert habe, als Scotch Whiskys. Der Woodford Reserve ist in einigen Bereichen kein klassischer Bourbon, weil er in eine kupfernen Pot Still gebrannt wird, was in den USA eher unüblich ist. Dieses Brennverfahren erlaubt dem Woodford Reserve eine große Aromenvielfalt nicht nur aus dem Fass zu übernehmen, sondern auch stärker einen Brennereicharakter wiederzugeben, der daher herrührt, dass die Pot Still einen weniger leichten Alkohol produziert, als es die sonst üblichen Column Stills tun.

Der Woodford Reserve bietet ein tolles Vanillearoma und ist ein sehr ausgewogener Bourbon. Man hat Anmutungen von Kokos und tropischen Früchten, bevor die doch wahrnehmbare Eiche durchkommt.

Die Nummer 6: Otto Hajte Scotch Malt Whisky

Dieser (Single?) Malt ist mir ein kleines Rätsel, da die Herkunft dieses Whiskys unbekannt ist. Was bekannt ist, ist sein Alter und der Verkäufer. Ich habe diesen sehr chic verpackten Malt bei Otto Hatje Zigarren in der Alten Königstraße in Hamburg Altona erstanden.

ScotchSIngle Malt Whisky ausHamburg - Otto Hatje
Single Malt von Otto Hatje

Dieser Whisky ist jung, das merkt man direkt in der Nase und später auch am Gaumen, sehr starker, frischer und deutlich alkoholischer Antritt.

Mit etwas Zeit im Glas wird der Whisky süß und malzig, starke Eichentöne findet man hier nicht, damit war auch nicht zu rechnen. Der Whisky ist hellgelb, heller als Stroh und auch das ist nicht überraschend. Interessant ist bei dem Whisky auch, dass er sich gut zum Mixen eignet, einerseits weil er günstig  ist,  aber auch weil er durch seine  Jugend ein passend kräftiges und nicht zu komplexes Aroma besitzt und sich auch in einem Longdrink oder Cocktail gut durchsetzen kann.

6 Sommerwhiskys das Fazit

Die oben genannten Whiskys sind allesamt nicht rauchig, ich mag das im Winter oder bei Schietwetter  einfach lieber. Ich habe Freunde, die lieben rauchige Malts allerdings wenn sie ihren Grill angeschmissen haben, so unterschiedlich sind Geschmäcker.

Was denkst du, was ist dein liebster Sommerwhisky, oder trinkst du im Sommer lieber Rum oder Cognac? Ich freue mich  über deinen Kommentar!

Whiskey Weizenbier von Hösl – eine Verkostung

Vor kurzem hat in Hamburg ein neuer Laden direkt an der Ratsherrenbrauerei in den Schanzenhöfen eröffnet, es handelt sich um den „Craft Beer Store“ und dort gibt es eine riesige Auswahl interessanter Biere. Hier im Blog geht es um Whisky, aber als ich dann folgendes Schätzchen entdeckte, dachte ich mir, dass es hierher passt: Ein Whiskey Bier. Hösls Whiskey Weisse.

Whiskey Bier, was soll das sein? – Ein bisschen Etikettenkunde

Whiskey Bier von der Brauerei Hösl, Ansicht von vorn
Whiskey Bier von Hösl

Auf dem Etikett erfährt man, dass es sich um ein nach dem Reinheitsgebot gebrautes Weizenbier handelt, für welches auch Whiskey Malz verwendet wurde. Okay? Whiskey Malz im Weizenbier? Wird wohl etwas amerikanisches sein, Whiskey mit „e“, Weizen ist ja auch in Bourbon und anderen amerikanischen Whiskeys erlaubt, ein gutes beispiel ist hier der Maker’s Mark. Wenn Gerste verwendet würde, was in amerikanischem Whiskey durchaus vorkommt, dann dürfte es sich nicht mehr um Weizenbier handeln.

So, auf dem Etikett wird uns erzählt, dass die Mischung aus Weizen und Whiskey Malz uns eine angenehm torfige Note bescheren würde. Torfig? Ah ja, alles klar… hier wird scheinbar wild durcheinander gewürfelt, was normalerweise nicht zusammen gehört. Mir ist zumindest kein amerikanischer Whisky bekannt, der mit Torf gemälzt würde.

Die Verkostung – Hält es, was es verspricht?

So, flugs eingegossen und mal die Vorurteile beiseite geschoben. Die Farbe ist recht dunkel, also kein Kristallweizen, schön, mag ich nämlich nicht. Die Farbe ist mit Bernstein zu vergleichen, ja ich glaub das trifft es, vielleicht etwas stärker ins Bräunliche gehend.

Und jetzt geht es ans Eingemachte: der Geruchstest. Es riecht deutlich Malzig und es ist eine angenehme Würze wahrzunehmen. Erinnert mich sehr an das Aecht Schlenkerla Rauchbier, nur viel weniger Rauch. Eine „Torfigkeit“ im Sinne eines hohen Rauchanteils kann ich nicht feststellen. Es hat eine gewisse Salzigkeit, das schon und auch dieser Geschmackseindruck ist nicht stark genug um von mir mit „Torf“ assoziiert zu werden. Es riecht lecker, ein schönes Bier. Aber mit Whisky oder Whiskey hat der Geruch nichts zu tun.

Nun mal ein Schluck genommen, lecker, schöne Kohlensäure, wirklich schön kräftiges Malz, Süße und Würzigkeit wechseln sich ab. Die Zunge spürt eine gewisse Trockenheit, ein vollmundiges Bier, die 5,6 vol. merkt man auch, aber nicht zu stark, oder unangenehm.

Aber auch hier: Whiskey? Nö, davon merke ich nichts, wirklich gar nichts. Der Rauch, der im Geschmack zu finden ist, ist so zart, dass nicht einmal eine Assoziation zu Whisky aufkommt, das Schlenkerla ist da deutlich stärker, aber wirbt nicht mit „Whiskey“.

Whiskey Weisse, Rückseite mit Etikett und der Erklärung
Etikett der Whiskey Weisse

Im Laufe der Verkostung bleibt die rauchige Würze (die weder Iod, noch Lagerfeuer, noch Schinken so richtig beschreiben würde) deutlich zu schmecken, aber es gibt eine gewisse Fruchtigkeit, ganz leicht an Grapefruit erinnernd, die man hier auch schmeckt.

Fazit: Ich bin zwiegespalten

Das Bier ist lecker, ich mag es gern, es ist kein normales Weizen, es hat mehr Geschmack und es ist schön abgestimmt. Aber warum ist es mit Whsikey beworben? Ich verstehe es wirklich nicht, Whisky, oder leichtes Rauchbier, ja gerne, aber das ganze an Bourbon, oder Tennessee Whiskey anzulehnen ist entweder fehlendem Fachwissen geschuldet, oder die Marketingabteilung hat festgestellt, dass Whiskey durch Jacky und Jimmie bekannter ist als Whisky durch Johnnie.

Liebe Firma Hösl, ihr habt ein tolles Bier gebraut, aber so müsst ihr das, wie ich finde, nicht bewerben.

Rauchiger Whisky – Hass oder Liebe?

Raue Seeluft, Salz, Tang und am Abend am Lagerfeuer sitzen, für viele ist das ihr Traum von Schottland, speziell ihr Traum von schottischem Whisky. Andere verbinden mit Schottland Blumen, saftige Wiesen und Heidekraut. Schottland mag ein kleines Land sein, seine Facetten sind aber zahlreich und jedes Schottlandbild ist individuell. Individuell wie der Whiskygeschmack.

So verschieden die Wahrnehmungen und Vorstellungen von Schottland sind, so unterschiedlich werden auch die verschiedenen Ausprägungen von Scotch wahrgenommen.

Um wenige Aspekte gibt es unterschiedlichere Wahrnehmungen als zur Frage: Soll Whisky rauchig sein oder nicht? Ich selbst bin  mit Laphroaig zum Scotch gekommen, dass ich also auch rauchigen Whisky mag ist also recht offensichtlich. Ein guter Freund hingegen liebt leichtere Sherrytönige Whiskys wie den Balvenie Doublewood und verabscheut meinen heißgeliebten Laphroaig.

Flasche und Karton des Lagavulin Single Malt Whiskys in der Distiller's Edition aus dem Travellers Retail. 1 liter.
Lagavulin Distiller’s Edition Single Malt Scotch Whisky

Jedem Tierchen sein Plaisierchen könnte man nun sagen und der Artikel wäre am Ende.

Ganz so ist es nicht. Rauchiger Whisky kann deutlich unterschiedliche Ausprägungen annehmen und somit vermute ich, dass (fast) jeder auch für Rauch im Whisky interessiert werden kann. Warum das wichtig ist? Die Aromenfracht, die Rauch mit sich bringt kann kaum überschätzt werden und es gibt rauchhaltige Whiskys, die andere Noten im Whisky, wie Sherry, Honig und schokoladige Bitterkeit, unterstützen, ohne sie zu übertünchen oder zu überwältigen.

Schinkenschnaps – Phenol ohne Ende – Islay helau

Wenn ich  von stark rauchigem Whisky rede, denke ich an Laphroaig, der Whisky, der mich an Scotch und seine Aromen rangeführt hat. Der erste Eindruck, den ich von ihm hatte war: „Wow, da ist ein Stück Räucherschinken in der Flasche“.

Viele der sehr stark mit Torf befeuerten Whiskys geben diese Note von sich. Phenol riecht für viele Menschen nach Jod und speziell diese Ausprägung an Whisky legt diese Assoziation auch nahe. Andere Vertreter der starken Schinkenschnaps-Fraktion sind der Smokehead und weitere Islay Whiskys. Einige dieser Whiskys sind leider recht eindimensional. Wo der Laphroaig in seiner 10 jährigen Ausprägung süße von Honig aus den Bourbonfässern mitbringt, ist der jüngere  Smokehead fast säuerlich bitter im Rachen und zeigt quasi keinen Einfluss des Fasses.

Ein feiner rauchiger Blended Malt ist der aktuell auslaufendeJohnnie Walker Green Label, ein fantastischer Whisky, der leider nicht mehr  in der aktuellen Range zu finden ist. Hier kommen die leichte Schärfe von Talikser und die Holzkohle Aromen von Caol Ila zusammen mit einigen weiteren aromatischen Malts zusammen um einen rauchigen, würzigen Blended Malt zu produzieren.

Insgesamt kann ich diesen Whisky nur in eher homöopathischen Dosen zu mir nehmen und habe auch nicht immer Lust  auf diese riesige Fracht. Im Winter oder  bei „Shietwetter“ habe ich deutlich eher Lust mir einen leckeren Quarter  Casks zu gönnen als im Sommer, wenn ich ohnehin schon öfters grille und meine Portion Rauch so bekomme.

Rauch plus X – Sherry und Rauch im Kampf um die Zunge

Eine spannende Kombination ist immer wieder ein in einem Sherryfass gelagerter Whisky. Viele Distiller’s Editionen / Spezialeditionen / Sonderabfüllungen verschiedener Brennereien und Konzerne fallen in diese Kategorie und das mit gutem Grund.

Bowmore ist ein gutes Beispiel, hier werden  rauchige Islay Whiskys gerne mit der Frucht aus Sherry verbunden. Heraus kommt dann gerne so etwas wie ein in Frucht mariniertes Grillsteak, delikat aber nicht für jeden das richtige. Lagavulin vertreibt eine vielgelobte und hoch  dekorierte Distiller’s Edition. Der große Islay Malt wird hier in Pedro Ximenez (eine sehr süße Ausprägung des Sherry) Fässern nachgelagert und erhält so Farbe und Frucht. Da der Lagavulin DE mit insgesamt 16 Jahren eine ordentliche Eichenfracht mitbringt und viel des jungen, heftigen Rauches schon sanfter geworden ist, entwickelt sich ein schön komplexer Malt, der fast alles mit sichbringt, was einen Whisky ausmacht, außer florale leichte Noten, aber hey, das ist ISLAY.

Ein wunderbarer rauchiger Whisky, der den Rauch mit weiteren Aromen verbindet ist der Talisker 10 Jahre. Hier verbindet sich kräftiger Rauch mit scharfem Pfeffer und einer gewissen Stärke im Mund, „beefy“ auf Englisch ist ein passender Begriff, auf Deutsch kann man vielleicht saftig-würzig sagen. Talisker ist in seiner Standardabfüllung nicht in Südweinfässern gelagert, mit der Distiller’s Edition und dem neuen Port Ruighe gibt es aber auch spezielle Abfüllungen, die noch eine Ladung Frucht mitbringen.

Weniger stark rauchig und mit einer Note nach etwas trockenem Sherry und duftig-würzigem Heidekraut ist der 12 jährige Highland Park, ein wirklich großartiger Whisky von den Orkneys im Nordwesten von Schottland. Hierbringt der leichte, aber wahrnehmbare Rauch die anderen Aromen geradezu prototypisch heraus und sorgt für die nötige Kraft um die leichten Töne nicht zu überdecken, sondern zu betonen. Das ist der Effekt, den man gern mit dem neumodischen Geschmack Umami verbindet.

Ein Räuchlein bitte – Whiskys mit einem Anflug von  Rauch

Es gibt Whisky, der nur eine feine Rauchnote bietet und ansonsten andere Geschmacksnoten betont werden. Ab und an habe ich diesen Eindruck auch von  Whisky, der bekanntermaßen ungetorft ist. Der Glenfarclas 105 ist so ein Kandidat, hier habe ich ihn häufig als würzig erlebt, gerade  während des Verdünnens (nein, ich  trinke 60 Volumenprozente nicht regelmäßig unverdünnt, nur wenn die anderen Jungs das auch tun 😉 ). Das hat aber eher mit Assoziation zu tun, als mit einem Phenolgehalt. Würze, die  der 105er nach meinem Empfinden reichlich hat, wirkt bei mir zumindest schnell wie  ein klein wenig Rauch.

Die  Whiskys aus der Woodsmoked Serie von Glen Els sind über Buche  geräuchert, da ist  auch deutlich weniger Phenol spürbar als bei Islay Whiskys. Auch hier wird die Frucht aus den Fässern herausgestellt und nicht übertüncht.

Leicht rauchig ist auch der bekannte Blend J&B rare von Justerini & Brooks. Hier bringt soweit ich weiß Caol Ila den Rauch  in den Blend, allerdings nicht sehr stark. Blends sind im Allgemeinen durch den Grain Whisky schön leicht und überfordern auch Anfänger nicht, hier kann man Beginnen, wenn man sich einmal entschließt auch rauchigen Whiskys eine Chance geben mag.

Rauch  im Whisky? – Ja bitte, die Dosis macht den Laphroaig

Ich bin für rauchige Whiskys, nur die Menge des Rauchs darf gerne variieren. Nicht jeder Whisky muss rauchig sein, ich bin kein Smokehead und Späße wie ein Pfund Torf in der Promominiatur des neuen Ardbeg Ardbog finde ich, mit Verlaub, ein bisschen übertrieben.

In jede Whisky Sammlung gehört aber ein schöner, rauchiger Whisky, nicht einmal unbedingt von Islay, auch Ardmore aus der Speyside hat da ordentlichen  Whisky zu bieten. Also liebe Rauchverächter, tut euch den Gefallen und tastet  euch (in doppeltem Sinn) mal an das Thema ran.

Nachhaltigkeit und Whisky

Oder „Alles Öko im Whisky oder was?“

Ich bin Abonnent des auf Englisch erscheinenden Whisky Magazine und in der aktuellen Ausgabe 111 bin ich auf einen sehr interessanten Artikel von Gavin D. Smith gestoßen. Der Titel des Artikels ist Enviromental awareness. Der Artikel beschäftigt sich, wie mein Titel und der Titel von Smith schon vermuten lassen mit dem Einfluss, den die Single Malt Whiskyherstellung in Schottland auf die Umwelt hat.

Ich halte dies für ein sehr interessantes Thema, zu dem ich auf Deutsch bisher wenig gefunden habe. Darum fühle ich mich jetzt bemüßigt, meinen Senf dazu zu geben.

Die Rohstoffe

Scotch wird bekanntlich aus Gerste und Wasser hergestellt, zu einem Teil auch aus Torf. Dazu brauch man natürlich auch noch einiges an Energie. Wenn Whisky nachhaltig und umweltverträglich sein soll, dann sind die Rohstoffe ein wesentlicher Punkt für die Bewertung.

Das Wasser für Whisky

Wasser ist der erste Rohstoff, den Gavin D. Smith behandelt. Wasser ist für Whisky unerlässlich, schließlich besteht er aus einer ganzen Menge Wasser, auch bei Fassstärke. Üblicherweise wird Whisky mit Wasser aus der örtlichen Trinkwasserversorgung verarbeitet.

Der weit größere Verbrauch an Wasser entsteht aber bei der Kühlung des Destillates! Dieses Wasser ist potenziell ein Problem für die Umwelt, da es sich bei der Kühlung stark aufheizt, was für viele Fische und Flußbewohner schädlich sein kann. Um die Auswirkungen gering zu halten werden die Destillerien sehr eng von der SEPA (Scottisch Enviroment Protection Agency) überwacht.

Smith zitiert Alan Winchester von Chivas Brothers Ltd. Mit einem Statement, dass sie sich Mühe geben wo es geht Hitze aus dem Wasser zu ziehen und diese zu nutzen. Dies bedeute für die 14 Stills die Chivas betreibt eine große Wasserersparnis. Diageo schafft es in seiner aktuellsten Destillerie bis zu 95% des Wasser über eine Wasseraufbereitung zu beziehen und so den Einfluss auf die Umwelt zu minimieren.

Dies wirft auf die heißgeliebten Worm Tubs einiger noch sehr klassich produzierender Destillerien ein anderes Licht. Hier ist eine regelmäßige Neueinspeisung wie in modernen Kühlkörpern nicht möglich. Hier scheinen insbesondere die Großen mit einem guten Beispiel voranzugehen.

Fabian’s Umweltnote: 1- (es geht immer noch etwas mehr)

Die Gerste für den Whisky – lokal oder globalisiert?

Neben dem Wasser für die Wash Tubs und für die Kühlung ist gerste der zweite wichtige Rohstoff.

Hier ist zum einen die Herkunft der Gerste wichtig, denn lange Transportwege bedeuten einen höheren Verbrauch von fossilen Brennstoffen und daraus folgenden Emissionen. Die Whiskyproduzenten sind in Schottland nicht dazu verpflichtet lokale Erzeugnisse zu nutzen, dies scheint aber auch nicht nötig und das hat mich überrascht. Circa 93 % aller Gerste wird aktuell in Schottland produziert und importiert wird das übrige Getreide aus Irland, England und sehr viel seltener aus Dänemark. Think global,, buy local, die Schotten machen es uns vor.

Zudem ist die Gerste auch immer effizienter geworden. Die aktuellen Gersten schaffen eine um 20% höhere Ausbeute an Alkohol als die hocheffiziente Golden Promise Gerste. So schaffen die jetzt genutzen Gersten pro Tonne 420 Liter Alkohol.

Die Verwendung lokaler Gerste würde ich durchaus als sehr umweltfreundlich bezeichnen. Soweit ich weiß ist allerdings nur ein kleiner Teil des Getreides wirklich „Bio“ nach EU-Norm. Hier muss zu bedenken gegeben werden, dass konventionelle Landwirtschaft durch den Einsatz von Dünger und Pestiziden einen größeren Einfluss auf die Umwelt hat, als ökologische Landwirtschaft. Wenn die SWA (Scotch Whisky Association) hier auch eine Empfehlung aussprechen würde, wäre der Umweltschutz sicherlich noch deutlich verbessert.

Fabian’s Umweltnote: 2 – (Abzüge gibt es für die Produzenten)

Fossiler Brennstoff – Torf im Whisky

Torf ist im Prinzip eine Vorstufe von Öl, allerdings deutlich jünger und eher in Mooren zu finden. Moore sind wertvolle Ökosysteme und ein Vergleich der einmal existenten Moorflächen mit den noch existierenden Mooren in Norddeutschen Torfabbaugebieten zeigt, was passieren kann, wenn aller Torf gestochen wurde.

Torf ist für die Herstellung bestimmter Whiskysorten unbedingt notwendig, allerdings ausschließlich als Aromenträge durch das so genannte „kilning“, also das „Stoppen“ des Mälzens. Hier erhält der Malt Whisky seine rauchigen Noten und manchmal auch seinen „Gestank“ nach Schinken oder Jod.

So, sind wir also alle die wir torfigen Laphroaig oder rauchigen Highland Park mögen schlimme Umweltsünder? In Smiths Artikel lässte er Graham Manson von Highland Park zu Wort kommen. Er versichert, dass der Abbau auf Orkney sehr genau mit der örtlichen Umweltbehörde abgestimmt wird und viel Geld in die Renaturierung der Moore investiert wird.

Für die Schottische Malt Whisky Industrie spricht, dass sie nur 0,5% des in Schottland abgebauten Torfs verbraucht und doch recht viel für die Erhaltung der Moore tut.

Fabian’s Umweltnote: 2- (Torf ist mit hoher Belastung für die Umwelt verbunden.

Ist Whisky Umweltfreundlich oder nicht? Ein Fazit:

Whisky ist aus meiner Sicht nicht öko, der Arikel zeigt aber, dass die Produzenten sich um hohe Effizienz bei der Benutztung von Rohstoffen kümmern. Der Artikel bleibt leider eine Information über die Energieeffizienz der Destillerien schuldig.

Es gibt, auch in der besprochenen Ausgabe des Whisky Magazine, Hinweise darauf, dass auch hier die Schotten sehr daran interessiert sind. So plant Diageo 2014 eine Destillerie mit angeschlossenem Biomassekraftwerk in direkter Nähe der Teaninich Destillerie bauen und viele andere Destillerien modernisieren wird. Man darf also sagen, dass die Konzerne sich bemühen ressourcenschonend und energieeffizient zu arbeiten. Sicherlich nicht nur deshalb, weil die gut für Schottlands Umwelt ist, sondern auch aus wirtschaftlichen und Marketing-Erwägungen, aber das macht den Effekt nicht weniger gut und sinnvoll.

Ich würde insgesamt eine 2 als abschließende Umweltnote geben wollen.

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