Whisky Grundlagen

Was ist Whisky?

Whisky, das „Wasser des Lebens“, ist im Prinzip ein Getreidebrand, der eine definierte Zeit in einem Holzfass verbracht hat. Whisky wird in vielen Ländern der Welt produziert, die bekanntesten Länder sind Schottland, Irland und die USA. Daneben ist auch Kanadischer Whisky recht bekannt und auch Japan hat eine lange Tradition interessanter Brennereien. Weniger bekannt ist, das Indien einer der größten Whiskyproduzenten auf der Welt ist und auch andere europäische Länder, namentlich Schweden, Frankreich, Österreich und Deutschland Whisky produzieren.

Arten von Whisky

Ich möchte Whisky in zwei verschiedene Arten einteilen, zum einen Whiskys schottischer Art und zum anderen Whisky amerikanischer Art. Warum diese Unterteilung? Ich treffe diese Unterteilung, da die Rohstoffe sich sehr deutlich voneinander unterscheiden lassen. Whisky schottischer Machart wird ausschließlich aus Gerste hergestellt, während Whiskey amerikanischer Art aus einem breiteren Spektrum von Rohstoffen produziert wird, nämlich Mais, Weizen und Roggen. Es ist natürlich richtig, dass Whiskey amerikanischer Machart auch Gerste enthält, dies ist aber eher ein technischer Anteil, der die Gärung positiv beeinflussen soll. Wir haben nun zwei Arten von Whisky, aber, wie oben angeführt, viele Länder in denen Whisky produziert wird.

Kategorien von Whisky

Die Länderspezifische Einteilung möchte ich als „Kategorie“ bezeichnen, der Begriff ließe sich zwar auch auf die Unterscheidung Blend/Malt oder Bourbon/Tennessee anwenden, aber da ich hier ein etwas weiteres Feld behandele, wende ich den Begriff vorerst so an. Zu Beginn behandele ich Whisky schottischer Machart.

Scotch Whisky / Schottischer Whisky

Der bekanntesten Whiskys dieser Welt stammen sicherlich aus Schottland und geben der Kategorie „Scotch Whisky“ ihren Namen. Scotch darf ausschließlich in Schottland gebrannt und gelagert worden sein. Zulässig ist ausschließlich ein Brand aus Gerste (die Herkunft der Gerste ist übrigens nicht beschränkt auf Schottland) und die Lagerung darf ausschließlich in Eichenfässern erfolgen. Die Lagerung in diesen Eichenfässern muss mindestens 3 Jahre betragen, vorher handelt es sich per Definition nicht um schottischen Whisky. Schottsicher Whisky wird zum einen in Blends und (Single) Malt Whisky unterteilt, zum anderen auch noch nach Regionen die Regionen sind Highland, Islay, Speyside, Lowland, islands und Campbeltown. Jeder dieser Regionen wird eine gemeinsame Linie zugeschrieben, so sollen Whiskys von der Insel Islay sehr torfig-rauchig sein, Whiskys aus den Lowlands sehr mild und rein, weil dreifach destilliert und Whiskys aus der Speyside sehr fruchtig und sherrytönig. Diese Zuschreibungen sind sicherlich nicht ohne Grund entstanden, sind aber sicher nicht in jedem Einzelfall zutreffend. So stellt Bunnahabain einen nicht-rauchigen Whisky nur wenige dutzend Kilometer vom sehr rauchigen Laphroaig her. Schottischer Whisky ist durch seine lange Geschichte und den Variantenreichtum eine der spannendsten Spirituosen überhaupt und ist alleine schon Grund genug sich für Whisky zu begeistern. Schottischen Whisky gibt es in vier Ausprägungen.

Blended Whisky, dieser Whisky enthält sowohl gemälzte, als auch ungemälzte Gerste. Viele der günstigsten Scotchs fallen in diese Ausprägung, die bekanntesten Blends sind mit Sicherheit der Red Label von Johnnie Walker und Ballentine’s. Blended Whisky entsteht nicht nur in einer Destillerie, sondern kann aus einer unbegrenzten Anzahl verschiedener Whiskys enthalten. Blended Whisky macht vom vertriebenen Volumen den größten Teil des Marktes weltweit aus. Die günstigsten Blends sind hier sicherlich der Grund. Hochpreisige und alte Blends sind in Deutschland eher eine Nische. Blended Whisky können eine große Menge verschiedener Aromen zu einem komplexen Produkt verbinden, besonders sehr alte Blends gehören zu den absoluten Spitzenwhiskys.

Flasche und Karton des Lagavulin Single Malt Whiskys in der Distiller's Edition aus dem Travellers Retail. 1 liter.
Lagavulin Distiller’s Edition Single Malt Scotch Whisky

Die zweite Ausprägung ist der Single Malt Whisky. Dieser Whisky ist nur in einer Destillerie entstanden und enthält ausschließlich gemälzte Gerste. Der Single Malt Scotch Whisky gilt als die Königsklasse der Whiskys. Jeder Malt hat einen speziellen Charakter, der vor allem durch Fass Auswahl und Lagerungszeit beeinflusst wird, sodass zwei verschiedene Single Malts aus der gleichen Destillerie sehr unterschiedliche Geschmacksausprägungen zeigen können. Es gibt häufig Fans bestimmter Destillerien die alle Abfüllungen sammeln und einzelne Sonderabfüllungen und Jahrgänge vergleichen und verkosten, besonders The Macallan und Ardbeg sind hier zu nennen, zwei Destillerie, die im Premiumsegment zu verorten sind und regelmäßig spezielle Abfüllungen produzieren. Andere Connoiseure versuchen jede Destillerie kennenzulernen oder aus einer bestimmten Region Whiskys zu besitzen. Der Single Malt Whisky ist eher ein Naturprodukt als ein Blend und wird deshalb oft als die überlegene Ausprägung betrachtet.

Blended Malt Whisky ist die dritte Ausprägung des schottischen Whiskys. Diese Whiskys sind ausschließlich aus gemälzter Gerste hergestellt, aber in unterschiedlichen Destillerien. Sie sind häufig sehr komplex und intensiv. Früher hießen Blended Malts „Pure Malt“ oder „Vatted Malt“, diese Bezeichnungen sind aber nicht mehr zulässig. Bekannte Blended Malt sind der leider eingestellte Johnnie Walker Green Label und der Monkey Shoulder. Blended Whisky ist insgesamt eher ein Nischenprodukt.

Grain Whisky ist ausschließlich aus ungemälzter Gerste hergestellt. Hier kann es sich um Single Grain oder Blended Grain Whisky handeln. Grain Whisky ist vergleichsweise selten. Grain Whisky ist sehr mild, da die Gerste leichtere Aromen ausbildet, wenn sie nicht gemälzt wird.

 Irish Whiskey / Irischer Whiskey

Irland hat eine sehr lange Tradition in der Herstellung des Lebenswassers, die Iren behaupten, wie die Schotten, den Whiskey erfunden zu haben.

Schreibweise Irischer Whiskey

Irischer Whiskey wird immer mit dem „e“ geschrieben, hier haben die Iren versucht sich von den Schotten abzugrenzen, die „Whisky“ immer ohne dieses „e“ schrieben.

Rechtliche Bestimmungen zu Irish Whiskey

Irischer Whiskey darf nur so benannt werden, wenn er in Irland destilliert und gelagert wurde. Irischer Whiskey wird wie Scotch ausschließlich aus Gerste produziert. Die Ausprägungen irischer Whiskeys sind in Teilen mit Scotch vergleichbar, Irish Single Malt Whiskey und Irish Blended Whiskey sowie Irish Grain Whiskey entsprechen exakt den schottischen Pendants, mit der Ausnahme, dass sie in Irland produziert wurden. Es gibt allerdings besondere Ausprägungen, die ausschließlich in Irland zu finden sind. Single Pot Still Whiskey ist eine exklusiv irische Ausprägung. Hier wird gemälzte und ungemälzte Gerste gemeinsam in einem Brennvorgang verarbeitet und zu einem einzelnen Destillat verarbeitet, anstelle, dass fertige Fässer Grain und Malt zusammen gemischt werden um ein Blend zu erzeugen. Dadurch, dass die Grain und die Malt Anteile gemeinsam gelagert werden entsteht ein durchschnittlich intensiverer Brand, als dies beispielsweise bei einem durchschnittlichen Blended Whiskey der Fall ist. In Irland existieren aktuell nur eine Handvoll Destillerien, viele mussten aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse schließen und somit blieben nur Bushmill’s, Cooley, Kilbeggan, Middleton und Tullamore Dew. In diesen Destillerien werden allerdings verschiedene Marken produziert, sodass die Anzahl der Irischen Whikeys deutlich höher ist, als nur diese fünf. Es gibt zwar einen Trend, das kleinere Destillerien gegründet werden (Stichwort: Craft Whiskey), aktuell sind aber kaum Whiskeys verfügbar.

Japanese Whisky / Japanischer Whisky

Whisky wird in Japan seit dem 19. Jahrhundert hergestellt und hat im vergangenen Jahrhundert deutlich an Qualität und Quantität gewinnen können. Japanische Whiskys werden wie schottische hergestellt (und auch geschrieben), allerdings nutzen aktuell nur japanische Whiskys Eichenfässer aus japanischer Eiche, die einen ganz eigenen Ton in den Whisky bringen. Die japanischen Whiskyhersteller gelten als extrem professionell, gründlich und auf ein Höchstmaß an Qualität bedacht, dies zahlt sich seit einigen Jahren in einer deutlichen Steigerung der Prämierungen und der Wahrnehmungen aus. Insbesondere die Whiskys von Suntory, zum Beispiel der 18 jährige Suntory Yamazaki, gehören zu den meistgelobten Whiskys der letzten Jahre. Leider ist es in Deutschland vergleichsweise teuer einen Japansichen Whisky zu kaufen, da die Einfuhrzölle und die Ausfuhrzölle nicht so abgestimmt sind wie innerhalb der EU oder mit den Vereinigten Staaten.

Europäische Whiskys

Diese Kategorie ist eigentlich keine, sie fasst nur zusammen, dass auch in anderen europäischen Ländern viele verschiedene Whiskys entstehen, der Amorik in Frankreich, der Mackmyra in Schweden, Slyrs und Glen Els in Deutschland. Die meisten dieser Whiskys werden in den gleichen Ausprägungen und auf eine ähnliche Art und weise produziert wie schottische r Whisky. Durch eine EU Verordnung ist auch die Benennung „Whisky oder Whiskey“ für diese Länder auf Getreidebrände mit Lagerung von mindestens 3 Jahren beschränkt, im Gegensatz zu Scotch darf das Holz aber auch ein anderes sein als Eiche, der Aureum Single malt von Ziegler ist beispielsweise in Kastanie gereift. Diese Kategorie wird sicherlich mit zunehmender Differenzierung und Entwicklung erweitert werden.

Flasche und Karton vom Glen Els Whisky aus der Hammerschmiede in Zorge (Harz).
Deutscher Whisky Glen Els aus der Hammerschmiede

Whiskeys amerikanischer Art

Es gibt zwei Länder die Whisky amerikanischer Art herstellen, die USA und Kanada. Die Vereinigten Staaten sind mit Bourbon und Tennessee Whiskey und den Marken Jack Daniel’s und Jim Beam sicher die größten Herstelller dieser Whiskeyart, aber es gibt weitere Kategorien und Marken in diesem Abschnitt.

American Whiskey / Amerikanischer Whiskey

Alle Whiskeys die in den USA hergestellt werden, fallen in diese Kategorie. Es gibt somit auch American Single Malt Whiskey, also Whiskey nach schottischem Vorbild. Dies sind aber die wenigsten Whiskeys und auch die, die am wenigsten bekannt sind.

Kentucky Straight Bourbon Whiskey ist der erste Whiskey in diesem Artikel, der wirklich amerikanisch ist. Der Whiskey muss zu 51% aus Mais hergestellt werden und muss dann anschließend mindestens zwei jahre in frischen, unbenutzten, ausgekohlten Fässern aus amerikanischer Weißeiche lagern. Wird der Whiskey weniger als 4 Jahre gelagert, muss er eine Altersangabe erhalten. Borubon ist sicherlich durch den Jim Beam White Label als Cola-Whiskey verschrien, dies ist aber für viele Bourbons aber schlicht falsch. Beispielsweise der Booker’s Small Batch Bourbon, der auch aus der Jim Beam Destillerie stammt, hier handelt es sich um einen sieben Jahre gereiften, unverschnittenen hocharomatischen und kräftigen Whiskey, der sich mit Scotch mehr als messen kann. Kentucky Straight Bourbon Produzenten sind zum einen Jim Beam, Heaven Hill und einige weitere. Bekannte Marken sind neben Jim Beam auch Maker’s Mark, Buffalo Trace und Four Roses.

Borurbon ist im allgemeinen sehr süß und kann eine eigene Note entwickeln, die an Aceton erinnert. Dies wird im allgemeinen auf die frische Eiche zurückgeführt.

Tennessee Whiskey unterscheidet sich vom Bourbon zum größten Teil nur durch die geografische Herkunft, er kommt aus dem namensgebenden US-Bundesstaat.

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